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Am Langener Waldsee sollen noch weitere 40 Hektar Wald für den Kiesabbau fallen. monika müller

Langen

Erstmals Petition für Erhalt des Langener Bannwalds

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Das Aktionsbündnis Langener Bannwald wendet sich erstmals mit einer Petition an den Landtag, um die Rodungen für den Kiesabbau am Langener Waldsee zu stoppen.

Gerade um Langen herum hat der schwere Sturm am 18. August ganze Waldabteilungen verwüstet. Trockenheit, Borkenkäfer und Pilzbefall tun ein Übriges dazu, dass es den Bäumen schlecht geht. Um so wichtiger sei es, den Raubbau am Wald zu beenden, meint das Aktionsbündnis Langener Bannwald – und macht mit einer Petition an den hessischen Landtag, mit einem Protestbrief und mit einer Mahnwache mobil.

20,1 Hektar Bannwald hat die Firma Sehring am Langener Waldsee in den vergangenen Jahren für den Sand- und Kiesabbau gerodet. Zum Jahreswechsel sollen nun weitere 4,6 Hektar Wald dem Bagger zum Opfer fallen. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt genehmigte die Rodungen zuletzt „scheibchenweise“ per Sofortvollzug. Insgesamt werden 63 Hektar Wald dem Kiesabbau weichen. „Das entspricht 77 Fußballfeldern“, so Matthias Rohrbach, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses Langener Bannwald.

Geplante Aktionen Das AktionsbündnisLangener Bannwald ruft für Sonntag, 8. Dezember, von 14 Uhr an, zu einer Mahnwache am Museum Altes Rathaus, Wilhelm-Leuschner-Platz 3, in Langen auf.

Tags zuvor,am 7. Dezember, informiert das Aktionsbündnis ab 10 Uhr an einem Stand auf der Bahnstraße gegenüber der Post in Langen über die Bannwaldrodung. Dort ist auch der Protestbrief an das Regierungspräsidium Darmstadt und das Umweltministerium erhältlich. ann

„Wir nehmen jetzt die Landespolitiker in die Pflicht“, sagt Rohrbach. Erstmals hat das Aktionsbündnis eine Petition an den hessischen Landtag verfasst, mit der sich der Petitionsausschuss beschäftigen wird. Er fasst dann einen Beschlussvorschlag, der in einer Plenarsitzung allen anderen Abgeordneten zur Abstimmung vorgelegt wird.

In der Petition hat das Aktionsbündnis acht Forderungen formuliert. Unter anderem will die Initiative Rodungen im Sofortvollzug stoppen und ganz abschaffen. Außerdem sollen die Rodungen am Langener Waldsee so lange ausgesetzt werden, bis alle Klageverfahren des BUND verhandelt sind und die Firma Sehring ihre Renaturierungen vollumfänglich erfüllt hat – mit Kontrolle von unabhängiger Seite. Die Klagen des BUND liegen seit drei Jahren beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel auf Eis. Die Gerichte müssten deshalb in die Lage versetzt werden, zeitnah über Klagen zu entscheiden, die Natureingriffe beträfen, so das Aktionsbündnis.

Die Kosten der Renaturierungsmaßnahmen dürften nicht auf die Bevölkerung abgewälzt werden, meint das Aktionsbündnis. Der Verursacher habe sie zu tragen und dafür ausreichende Sicherheitsleistungen zu hinterlegen. Auch müsse kontrolliert werden, dass Sand und Kies nur für den lokalen Markt, nicht aber zu Exportzwecken gefördert werden. Darüber hinaus fordert die Initiative Förderprogramme für die Erforschung ressourcenschonender Baustoffe, um den Bedarf an Sand und Kies zu senken.

Auch ein Protestschreiben hat das Aktionsbündnis verfasst. Man sei in großer Sorge um die Zukunft der Wälder, speziell in Südhessen, heißt es darin. Der Brief ist auf der Facebook-Seite des Aktionsbündnisses und auf der Internetseite der Langener Grünen abrufbar, möglichst viele Bürger sollen ihn unterschreiben. Die Unterschriften sollen gesammelt und in mehreren Chargen an Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) sowie an die Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) gesandt werden, damit „geeignete politische Schritte unternommen werden, um die Waldvernichtung aufzuhalten“.

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