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Vor der Freigabe: Der neue Kreisel in Höhe der Berliner Allee.

Kreisel-Baustelle auf der Mörfelder Landstraße

Der erste Kreisel ist fertig

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Die Baustelle an der Mörfelder Landstraße in Langen sorgt für Ärger

Wer in den Geschäften an der Ecke Forstring und Berliner Straße das Gespräch auf die nahe gelegene Kreisel-Baustelle auf der Mörfelder Landstraße bringt, bekommt viel Zorn und Verbitterung zu hören. „Wir sind stocksauer“, sagen etliche der Geschäftsleute – unter der Bedingung, dass ihr Name nicht in der Zeitung erscheint.

Andere geben dagegen bereitwillig Auskunft über die Auswirkungen. Michael Braun, der Pächter der Total-Tankstelle, gibt seinen Umsatzausfall mit 20 bis 30 Prozent an. Am oberen Ende dieser Spanne liegen die Einbußen im gegenüberliegenden Radladen Ciclisti Bikes. Er habe sicher 30 bis 40 Räder weniger verkauft, weil Kunden den Laden nicht mehr ohne weiteres erreichen konnten, sagt der Inhaber. Auch Lieferanten mit bestellten Rädern zogen unverrichteter Dinge wieder ab, weshalb Kunden ihr Rad nicht zum vereinbarten Termin hätten abholen können. Zeitweise habe es überhaupt keinen Zugang zum Geschäft gegeben, weil die Fläche davor aufgerissen war.

Auch im Kiosk, der Bäckerei und Postfiliale sowie der Apotheke klagen die Geschäftsleute über deutliche Einbußen in der Kasse. Bei Apotheker Peter Hortmann war immerhin Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) und versprach, dass der Zugang zu den Parkplätzen offen bleibe. Aber die meisten Geschäftsleute fühlen sich schlecht informiert und betreut.

Einer zeigt ein Schreiben der Baufirma, in dem das Ende der Arbeiten vor seinem Geschäft für Oktober 2011 angekündigt wurde. Demnach wären die Bauarbeiten fast drei Monate im Verzug.

Eine Pressemeldung von Erstem Stadtrat Klaus-Dieter Schneider, in der kurz vor Weihnachten der Wintereinbruch als Grund für Verzögerungen beim Kreisel-Bau genannt wurde, sorgte für zusätzliche Verbitterung – der Dezember gehörte zu den fünf mildesten Weihnachtsmonaten seit 1881.

Fachbereichsleiter Carsten Weise räumt ein: „Da haben wir Fehler gemacht.“ Die Pressemeldung sei schlecht kommuniziert gewesen. Das Problem sei nicht Kälte, sondern der viele Regen gewesen. „Wir wollten die Schwarzdecke in die Fahrbahn einbauen, aber dazu brauchen wir es trocken. Minustemperaturen wären kein Problem gewesen, aber der viele Regen war eines,“ sagt Weise. Grundsätzlich aber sei das gesamte Bauvorhaben im Zeitplan und werde im Sommer abgeschlossen. Der Kreisel an der Berliner Straße werde am Freitag vollständig für den Verkehr geöffnet. Alle drei Zufahrten sollen dann in beide Richtungen funktionieren, also auch zur Berliner Straße hin.

Forderungen nach einem Verzicht auf den zweiten Kreisel an der Pittlerstraße, wie sie FWG-Vorsitzender Heinz-Georg Sehring am Wochenende erneut stellte, erteilte Weise eine Absage. Die Stadt werde gegenüber den bereits beauftragten Firmen regresspflichtig und müsse Landeszuschüsse zurückzahlen, wenn sie dem Vorschlag folge, erläuterte Weise. Das Land habe die Zuschüsse nur für die Lärmminderung durch das Gesamtprojekt mit zwei Kreiseln gebilligt.

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