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Der Sand- und Kiesabbau am Langener Waldsee schreitet schneller voran als zunächst gedacht, sagt der BUND.  

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Erneute Klage gegen Bannwaldzerstörung am Langener Waldsee

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Der BUND Hessen geht gegen neuen Hauptbetriebsplan für die Jahre 2019 bis 2021 vor, den das Regierungspräsidium Darmstadt der Firma Sehring genehmigt hat.

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat am Freitag beim Verwaltungsgericht Darmstadt erneut Klage gegen die Rodung von Bannwald am Langener Waldsee erhoben. Beklagt wird das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, das dem Unternehmen Sehring den „Hauptbetriebsplan 2019 bis 2021“ für den Sand- und Kiesabbau in der sogenannten Südosterweiterung des Waldsees zugelassen und auch gleich per Sofortvollzug die Rodung von weiteren 4,5 Hektar Bannwald genehmigt hat.

Wie Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des BUND Hessen im Gespräch mit der FR erklärt, schafft der Hauptbetriebsplan Baurecht und das Recht zu roden. Diese Betriebspläne haben stets eine Laufzeit von zwei Jahren. Bereits den Hauptbetriebsplan 2015 bis 2017 hatte der BUND beklagt. Das Verwaltungsgericht Darmstadt wies die Klage aber damals mit der Begründung ab, der BUND habe kein Klagerecht. Die Naturschützer gingen daraufhin beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel in Berufung. Darüber ist immer noch nicht entschieden.

Zweckgebundene Spenden
Spenden für die Klagen gegen die Bannwaldzerstörung sammelt der BUND Hessen unter dem Stichwort „Langener Waldsee“ auf dem Konto IBAN DE46 5005 0201 0000 3698 53 bei der Frankfurter Sparkasse.

„Inzwischen kam aber schon der Hauptbetriebsplan 2017 bis 2019, gegen den wir wieder beim Verwaltungsgericht Darmstadt geklagt haben“, sagt Norgall. Auch dieses Verfahren ist noch nicht entschieden. Ende August dieses Jahres lief dieser Plan aus, und es folgte der Hauptbetriebsplan 2019 bis 2021, gegen den der BUND nun erneut vorgeht.

„Wir haben stets die Arbeit, Gerichtsgebühren und Anwaltskosten, die wir dann in der Pfeife rauchen können“, ärgert sich Norgall. „Wenn die Gerichte nicht entscheiden, kommen wir in eine Kette von Klagen, und im Wald wird weiter gerodet.“

Laut BUND sind jetzt 19,8 Hektar Bannwald am Waldsee gerodet – von 63,7 Hektar, die mit Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2013 genehmigt wurden. „Der Planfeststellungsbeschluss ist das Rahmenrecht, regelt das große Ganze“, sagt Norgall. Auch dagegen läuft eine Klage des seiner Organisation beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

Nach Angaben von Umweltschützern ist die Lagerstätte am Waldsee deutlich weniger ergiebig, als zum Zeitpunkt der Planfeststellung von der Firma Sehring angegeben. Es könne weniger Sand und Kies gewonnen werden, und damit schreite der Abbau viel schneller voran als zunächst gedacht.

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