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Die englischsprachige Privatschule Strothoff International School in Dreieich.

Dreieich

Ende des Strotthof-Streits in Sicht

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Im Streit um die Mehrkosten beim Bau der englischsprachigen Privatschule Strothoff International School in Dreieich zeichnet sich eine mögliche Einigung ab.

Neun Jahre lang dauert ein Streit zwischen dem Dreieicher Unternehmer Hans Strofhoff und dem Kreis Offenbach nun schon. Es geht um Mehrkosten für Sonderausstattungen – insgesamt 3,07 Millionen Euro – beim Bau der englischsprachigen Privatschule Strothoff International School in Dreieich. Schon seit Jahren ist deshalb ein Schiedsgerichtsverfahren anhängig. Nun steht eine mögliche Einigung im Raum. Am Mittwoch ermächtigte der Kreistag den Anwalt des Kreises jedenfalls in nichtöffentlicher Sitzung, einen Vergleich vor dem Schiedsgericht abzuschließen, mit dem das Verfahren zum Abschluss gebracht werden kann.

Die Kreistagsmitglieder hätten „einen Text mit Zahlen“ beschlossen, sagte Ursula Luh, Pressesprecherin des Kreises Offenbach. Was genau vereinbart wurde, und welche Summen in dem möglichen Vergleich zum Ansatz gebracht werden, blieb vorerst geheim. „Es wurde Stillschweigen zwischen den beiden Parteien und dem Schiedsgericht beschlossen“, sagte Luh. Erst wenn das Verfahren abgeschlossen sei, gebe es weitere Informationen. „In diesem Jahr wird das aber wohl nichts mehr werden.“

Schon einmal hatte sich der Kreistag mit den Kosten für die höherwertige Bauausführung des Schulgebäudes auf dem Campus des Hauses des Lebenslangen Lernens (HLL) befasst – damals allerdings in öffentlicher Sitzung: Ende Mai 2014 hatten die Kreistagsmitglieder einen Vergleichsvorschlag des Schiedsgerichts abgelehnt und von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht. Damals hätte Schulgründer Strothoff dem Kreis Offenbach 617 000 Euro für die Sonderausstattung zahlen müssen – unter anderem eine Granitsteinfassade und Glaswände im Inneren des Gebäudes. Diese Summe war dem Kreistag zu wenig. Es wurde ein Gutachten beauftragt, über das die Anwälte dann Mitte dieses Jahres berieten.

Die Internationale Schule ist Untermieterin des Kreises. Strothoff hatte den Mietvertrag erst im Sommer dieses Jahres um weitere zehn Jahre verlängert. Seine Pläne, die Schule auf dem Lettkaut-Gelände in Sprendlingen neu zu bauen und mit einer deutsch-chinesischen Fußballakademie zu kombinieren, zerschlugen sich Ende September, weil der Zeitplan wegen Widerständen der Kleingärtner nicht mehr eingehalten werden konnte.

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