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In einem Meer von Grün

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Von: Frank Sommer

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Gute Laune verheißt nicht nur das Maislabyrinth der Familie Frank, sondern auch das kulturelle Beiprogramm.
Gute Laune verheißt nicht nur das Maislabyrinth der Familie Frank, sondern auch das kulturelle Beiprogramm. © christoph boeckheler

Die Suche nach dem rechten Weg im Maislabyrinth kann wieder beginnen: In dem 1,5 Hektar großen Irrgarten können sich Besucher nun wieder verirren.

Die Suche nach dem rechten Weg im Maislabyrinth kann wieder beginnen: In dem 1,5 Hektar großen Irrgarten können sich Besucher nun wieder verirren.

Grün. Alles hier ist grün. Wie man sich auch dreht und wendet, überall nur das Grün der Pflanzen. Und ein paar Abzweigungen. Aber welche davon nehmen? Erik ist ein paar Schritte vorgelaufen und kehrt nun um. Nein, dieser Weg war eine Sackgasse. Seine Mutter trägt Schwesterchen Marlene auf dem Arm und wartet an der Kreuzung auf den Sechsjährigen, dann wird die andere Abzweigung genommen. „Wir sind zum ersten Mal hier und es macht wirklich Spaß. Nur verirren ist bei diesen Temperaturen keine gute Idee“, sagt Claudia Wehr. Sie und ihre Kinder sind im Dreieicher Maislabyrinth unterwegs.

Über 1,5 Hektar groß ist der Irrgarten an der Umgehungsstraße Götzenhain. Die Bauersfamilie Frank verwandelt nun schon im zwölften Jahr in Folge ihr Maisfeld zum Riesen-Spielplatz. Die Idee dazu stamme vom Schwiegervater, verrät Petra Frank: „Nein, einen festen Plan gibt es nicht. Wenn der Mais circa 40 Zentimeter hoch ist, gehen mein Mann und ein Freund durchs Feld und legen die Wege an. Ganz ohne Reißbrett, GPS oder Computer.“ Deshalb biete der Irrgarten auch jedes Jahr wieder eine neue Herausforderung. Eine Herausforderung, die Familie Schäfer aus Neu-Isenburg gerne auf sich nimmt: Ein Besuch des Maislabyrinths ist für sie mindestens einmal im Jahr Pflicht. Gerade kommen sie von einer Radtour und wollen nun den Irrgarten bezwingen. „Hier drüben ist das Haus“, hört man Sohn Simon rufen, doch Stimmen sind trügerisch im Labyrinth, an ihnen kann man sich nicht orientieren. Kam sein Ruf von links oder von vorne? Genau kann Mutter Yvonne es nicht zuordnen, doch dann findet sich die Familie wieder. Sie haben das „Haus“, eine der Formen im Labyrinth, entdeckt. „Wenn hier viele Leute unterwegs sind, verwirren die Stimmen nur noch mehr“, weiß Sohn Christian zu berichten. „Bis zu 2,20 Meter hoch werden die Stauden, dann hilft nur ein guter Orientierungssinn“, sagt Petra Frank. Den haben ganz besonders ihre Kinder, die den Besuchern schon mal helfen, den Ausgang zu finden. Es gibt einen guten Grund, wirklich jeden Weg im Irrgarten abzulaufen: Auf Schildern sind die Antworten für das Ratespiel verborgen. Jeder Labyrinthgänger erhält einen Fragebogen rund um die Landwirtschaft oder Dreieich, als Preise gibt es Freikarten für Dreieicher Veranstaltungen oder Planwagenfahrten zu gewinnen. Doch nicht jedes Schild, dass sich im Irrgarten findet, verrät eine Antwort. So kann sich in einer Sackgasse auch mal ein „dumm gelaufen“ verbergen.

Ein buntes Beiprogramm

Erik und seine Mutter haben inzwischen die Hälfte der Antwortschilder entdeckt, knapp zwanzig Minuten sind sie schon unterwegs. So weit ist die neu eingetroffene Familie noch nicht. Erst einmal stärkt man sich mit Würstchen. Das Labyrinth ist nicht nur bei Kindern beliebt: Viele Besucher vertreiben sich die Zeit mit einem Irrgartenbesuch, bevor sie in ein buntes Kulturprogramm eintauchen. In Kooperation mit der Stadt Dreieich gibt nämlich es auch in diesem Jahr wieder Kleinkunst im Zelt am Labyrinth. So spielen unter anderem „Hank Cash“ oder Karl Hofmann erzählt „Grimms grausame Geschichten“.

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