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Versteckt liegt die kleine Keramik der Badenden im Garten von Margarete Krause.

Natur

Einblick in private Paradiese

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14 Gärten waren am Sonntag in Rodgau für Besucher geöffnet. Künstler und Kunsthandwerker stellten im Freien aus.

Auf einer kleinen rosa Stoffmatte liegt sie, die Keramik der Badenden von Margarete Krause. Natürlich direkt am Rand des kleinen Brunnens, durch hohe Pflanzen gut verborgen vor den Blicken. Wer sie dennoch im Garten der Krauses in Dudenhofen entdeckt, hat schnell ein Lächeln im Gesicht.

Es sind Details wie diese, die einen Besuch beim Tag der offenen Gärten so reizvoll machen: Einen Einblick in die privaten Ruheoasen anderer zu erhalten und dort auf Entdeckungstour gehen. Am Pfingstsonntag hatten 13 Rodgauer sowie ein Rembrücker Privatgarten ihre Pforten geöffnet. „Leider sind in diesem Jahr keine Gärten aus Nieder-Roden dabei“, sagt Organisatorin Krause. Sie hofft, dass im kommenden ‚Jahr wieder Gartenbesitzer aus dem Stadtteil teilnehmen werden.

„Man muss weder den perfekten noch der größten Garten haben, um mitzumachen“, sagt sie. Dass auch kleinere Flächen liebevoll gestaltet werden können, zeigt etwa ein Blick in den Garten von Iris und Walter Vogl. Eine wahre Ruheoase haben sie sich über die Jahre geschaffen. „Ich war beruflich viel in Asien unterwegs, deshalb sollten unbedingt asiatische Elemente eingearbeitet werden“, sagt Walter Vogl. Quellstein, Bambus und helle Steine sorgen für das fernöstliche Flair, auch ein Buddha ist zu finden.

„Wir sind vor Jahren selbst beim Tag der offenen Gärten durch die Gärten gegangen und haben uns Anregungen geholt“, sagte er, seit einigen Jahren zeigt das Paar selbst sein Refugium. Und da beim Gartentag in Rodgau auch immer Kunst und Kunsthandwerk in den Gärten präsentiert wird, stellt Vogl seine Fotografien von Pflanzen aus Namibia aus.

„Ich habe keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen habe“m sagt Renate Mahr, die in diesem Jahr erstmals als Gastgeberin teilnimmt. Sie hat viel zu tun, neue Besucher wollen begrüßt, Fragen zu den Pflanzen müssen beantwortet werden.

Auch auf kleiner Fläche lässt sich viel machen, wie die Gestaltung des Gartens der Stephanis in Dudenhofen zeigt.

„Das war früher ein Nutzgarten mit Ziegenstall“, sagt sie. Heute steht im vorderen teil des Hofs ein Baum mit gemütlicher Sitzumfassung, dahinter öffnet sie die Fläche für den Rasen und die Bepflanzung. Ein Apfelbaum der Streuobstkooperation steht in der Mitte des Gartens und trägt schon kleine Früchte. „Zu tun ist immer etwas“, sagt Mahr. Als nach der Trockenheit im vergangenen Jahr ein Großteil ihrer Koniferen kaputt gingen, hat sie kurzerhand an deren Stelle eine gemütliche Sitzgelegenheit geschaffen. Auf Staffeleien sind die Bilder von Erika Schumann zu sehen. „Sie ist eine gute Freundin und als ich mich entschloss mitzumachen, wusste ich, dass sie dabei sein muss“, sagt Mahr.

Aus der ganzen Region nutzen Besucher die Gelegenheit, die Privatgärten zu betreten. Anregungen für die eigene Gartengestaltung sind der häufigste genannte Besuchsgrund, aber auch Tipps für die eigene Gartenbepflanzung. Gertrud Schick beantwortet in ihrem Garten geduldig alle Fragen, welche Pflanzen winterhart und wie sie zu pflegen sind. Zum dritten Mal ist sie dabei und zeigt ihr grünes Paradies, wie sie ihren Garten nennt.

Bei Margarete Krause ist es inzwischen voll geworden im garten, an der Pforte stehen viele Fahrräder. In ihrem Garten zeigt sie Arbeiten der Teilnehmerinnen ihres Keramikkurses, den sie an der Obertshausener Volkshochschule leitet. Ihr Garten verändere sich fortwährend, sagt sie. So fand sie einen alten Steintrog, der inzwischen als Hochbeet dient oder die Balken eines abgerissenen Fachwerkhauses dienen als Ausstellungsfläche für altes Geschirr und Werkzeuge. „Es macht Spaß, zu zeigen, was alles in einem Garten möglich ist“, sagt sie.

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