Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dietzenbach

„Ein historischer Moment“

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
    schließen

Vereinbarung zur Beendigung der Entwicklungsmaßnahme ist unterschrieben

Mit zwei Unterschriften ist den Dietzenbachern am Freitagabend eine schwere Last von den Schultern genommen worden. Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) und Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD) signierten in der Stadtverordnetenversammlung eine Vereinbarung mit dem Land Hessen, dass die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zum 31. Dezember 2018 beendet wird.

Das Ende kommt mit 75 Millionen Euro Schulden auf dem Buckel, aber gleichzeitig mit 20 Millionen Euro Zuschuss, die Dietzenbach vom Land erhält. Für ein Darlehen über 35 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren übernimmt das Land die Zinsen – rund zehn Millionen Euro. Die Stadt muss 15 Millionen aus ihrem Anlagenfond entnehmen, sowie fünf Millionen über 30 Jahre hinweg aus dem städtischen Haushalt erwirtschaften. Da Dietzenbach noch bis 2020 unter dem Schutzschirm steht, beginnt der Zahlungsplan erst im Jahr 2023. „Bis dahin haben wir Zeit, uns zu überlegen, wie wir das im Haushalt darstellen“, so Rogg gegenüber der FR.

Schon viele Jahre lang hatte die Stadtspitze mit den Landesbehörden Gespräche über den Umgang mit der vor über 40 Jahren begonnenen Entwicklungsmaßnahme geführt. „Wir wussten, dass das Land die Entwicklungsmaßnahme irgendwann beendet und wir dann die aufgelaufenen Schulden in unseren städtischen Haushalt übernehmen müssen“, sagte Rogg. Deshalb habe man seit Jahren versucht, das Land an den Schulden zu beteiligen – jedoch erst einmal ohne Erfolg.

Den Dietzenbachern lief die Zeit davon. Je länger die Entwicklungsmaßnahme dauerte, desto teuer wurde sie, weil immer mehr Schuldzinsen aufliefen. Auch der Entwicklungsträger, die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), musste jedes Jahr aufs Neue bezahlt werden.

Es ist hauptsächlich das Verdienst von Rogg, dass das Land jetzt der Beendigung der Entwicklungsmaßnahme zugestimmt und finanzielle Unterstützung zugesagt hat. „Well done“ lobte ihn Rainer Engelhardt (SPD) deshalb am Freitag in der Stadtverordnetensitzung.

„Ein historischer Moment“ befand Heinrich Eckert (AfD) – und forderte sogar, ein Wortprotokoll anzufertigen. Auch Andrea Wacker-Hempel (Grüne) war „gottfroh“, endlich einen Schlussstrich ziehen zu können. Jens Hinrichsen (DL/FW-UDS) fehlte die Würdigung der Werte, die entstanden sind. „Wir haben ein nicht unerhebliches Volumen an Wohnungen geschaffen“, machte Engelhardt klar. Auch das Neubaufeld 70 in Steinberg, das einst als Ladenhüter galt, sei dank der Entwicklungsmaßnahme heute „eines der schönsten Gebiete“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare