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Der Nahversorger in Offenthal muss nicht unbedingt Rewe heißen, meint die IG.
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Der Nahversorger in Offenthal muss nicht unbedingt Rewe heißen, meint die IG.

Nahversorgung Supermarkt

Wenn nicht Rewe, dann halt Edeka

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Die Interessengemeinschaft (IG) Offenthal möchte schnellstmöglich eine Nahversorgungs-Lösung erreichen. Anstoß ist der Rewe-Markt an der Borngartenstraße in dem Dreieicher Stadtteil.

Wie ernst meint es die Stadt mit der Bürgerbeteiligung? Das fragt sich die Interessengemeinschaft (IG) Offenthal. Stein des Anstoßes ist der Rewe-Markt an der Borngartenstraße in dem Dreieicher Stadtteil. Nach Auffassung der 15 bis 20 engagierten Bürger lässt sich der geplante Neubau nur in einer kleineren Variante verwirklichen, weil ein Eigentümer nicht verkaufen will. Die Stadt jedoch habe sich, so erklären die Mitglieder, trotz mehrerer IG-Gesprächsanfragen bisher nicht dazu geäußert, wie es in puncto Nahversorgung weitergehen soll.

„Wir brauchen einen gescheiten Nahversorger“, sagt Horst Scharf, eines der IG-Mitglieder, und macht klar, es sei den Offenthalern völlig egal, welchen Namen dieser Nahversorger trägt. „Wir wollen, dass sich alle zusammensetzen und einen Plan B erstellen, wenn Plan A nicht funktioniert.“

In Laufnähe keine Lebensmittel mehr

Nachdem Rewe schon im Jahr 2005 erstmals angedeutet hatte, den Standort Borngartenstraße in Offenthal aufzugeben, ist der Vertrag nun zum Ende des Jahres 2016 gekündigt. Der Supermarkt hat Probleme, auf derzeit knapp 625 Quadratmetern sein Sortiment unterzubringen. Damit gäbe es für die Bürger in Laufnähe keine Lebensmittel mehr.

Um das Problem zu lösen, arbeitet die Stadt mit einem Investor, der Firma Rahls Immobilien, zusammen. Die Firma will an der Borngartenstraße einen doppelt so großen Einkaufsmarkt bauen. Ein Ansinnen, das sich nur realisieren lässt, wenn der Grundstückseigentümer Bruno Baumgartl sein angrenzendes Areal samt Bebauung verkauft. Doch Baumgartl sieht sich zum einen in der Verantwortung für seine langjährigen Mieter – ein Bistro und ein Chinarestaurant –, zum anderen ist der gebotene Kaufpreis für ihn inakzeptabel.

Die Mitglieder der IG sind sauer. Die Stadt hat zwar eine Planungswerkstatt ins Leben gerufen, in der die Bürger ihre Vorstellungen einbringen können. Doch der letzte Workshop am 30. Januar, in dem eine vertiefte Planung vorgestellt werden sollte, wurde abgesagt, da mit Baumgartl noch keine Einigung über den Kaufpreis erzielt werden konnte. Nun seien zuerst einmal „vermittelnde Gespräche mit den beteiligten Parteien“ zu führen, hieß es.

Am 4. Februar schrieb Marc Spangenberg, einer der Drahtzieher in der IG, an Ersten Stadtrat Martin Burlon (parteilos), man wolle sich gerne mit der Stadt an einen Tisch setzen, um zu diskutieren, wie es weitergehen kann. Burlon erbat sich in seiner Antwort einen Zeitaufschub. Am 6. Februar kam es zu einem Gespräch zwischen dem „renitenten“ Eigentümer, der Stadt und dem Investor – ohne einigendes Resultat.

Am 10. Februar verfasste Spangenberg eine E-Mail an Burlon, er wisse von Baumgartl vom Inhalt des Gesprächs hinter verschlossenen Türen. Jetzt sei doch „alles genullt“, schrieb er, man könne doch von vorne anfangen und so „die Kuh vom Eis holen“. Bis Donnerstagabend habe er keine Antwort erhalten. „Zehn Tage lang hat sich Burlon gar nicht gemeldet“, ärgert er sich.

Alternativen im Ort

Die IG plädiert für eine kleinere Variante des Lebensmittelmarktes. Eine Lösung, der sich mittlerweile auch der Investor nicht mehr verschließt. Aus gutem Grund: Laut Spangenberg hat Rahlfs Immobilien eine mögliche Zusage von Edeka. Die Einzelhandelsgruppe besteht nicht wie Rewe auf einer Ausbaugröße von 1200 bis 1400 Quadratmetern, sondern würde auch auf einem kleineren Verkaufsareal ihr Sortiment anbieten.

Diese Lösung ließe sich laut Spangenberg auf drei Wege realisieren. Zum ersten, indem man den bestehenden Supermarkt um die bald frei werdenden Flächen der Sparkasse und des Schreibwarengeschäfts erweitere und so bis zu 900 Quadratmeter zur Verfügung hätte. Zum zweiten könnte ein neues Geschäft auf dem Ackerland der Familie Lenhardt entstehen, die gerne verkaufen möchte. Das Areal in direkter Nachbarschaft des Rewe-Markts reicht nicht für einen großen Supermarkt, wohl aber für einen kleineren. Zum dritten gibt es laut IG-Mitglied Scharf in dieser Größe auch noch Alternativen im Ort, zum Beispiel das alte Rösler-Gelände in Bahnhofsnähe.

Doch die Stadt scheine nicht abrücken zu wollen vom Ursprungsplan, meint Spangenberg.

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