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Verein organisiert Umweltmesse

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Von: Annette Schlegl

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Alternative Energie mit Skylineblick: Auf der ehemaligen Deponie Buchschlag stehen heute Solarzellen.
Alternative Energie mit Skylineblick: Auf der ehemaligen Deponie Buchschlag stehen heute Solarzellen. © Monika Müller

Der Verein Bye-Bye Biblis engagiert sich für die Energiewende. Für Samstag und Sonntag lädt er zur Regio-Energie ins Bürgerhaus Sprendlingen ein. Der Eintritt ist frei.

Der Verein Bye-Bye Biblis engagiert sich für die Energiewende. Für Samstag und Sonntag lädt er zur Regio-Energie ins Bürgerhaus Sprendlingen ein. Der Eintritt ist frei.

Ihr gemeinsames Ziel ist die Energiewende. Sie brennen für 100-prozentigen Ökostrom und erneuerbare Energielösungen. Sie wollen anderen beim Energiesparen helfen. Das alles hat 20 Bürgerinnen und Bürger bewegt, zum zweiten Mal rund 10.000 Euro in die Hand zu nehmen und ehrenamtlich eine Energiemesse zu organisieren. Für Samstag und Sonntag, 14./15. September, lädt der Verein Bye-Bye Biblis zur Regio-Energie im Bürgerhaus Sprendlingen ein.

Die Mitglieder, die sich im Garten des Niedrigenergiehauses in der Luisenstraße 25 in Langen versammelt haben, um ihre Ziele vorzustellen, kommen aus Dreieich, Langen und Neu-Isenburg. Sie haben klare Ziele und die Botschaft: Jeder kann etwas für die Umwelt tun. „Wir wollen aufklären, wollen so viele Bürger wie möglich mitnehmen“, sagt Immo Rombach, der Vorsitzende des Vereins.

Deshalb gibt es die Regio-Energie Dreieich 2013 – eine Messe, die von Bürgern für Bürger organisiert wird. „Wir sind unabhängig,“, stellt Carol-Sue Rombach fest. „Die Politik ist zu Gast bei uns – und nicht umkehrt.“

Bye-Bye Biblis verdiene nichts an der Veranstaltung, ergänzt ihr Mann Immo. Und das, obwohl die 20 Mitglieder – zehn davon bezeichnen sich als der harte Kern – rund 1500 Arbeitsstunden investiert haben. „Wir stricken das alles selbst“, sagt Carol-Sue Rombach. Um möglichst viele Besucher anzuziehen, verlangt der Verein keinen Eintritt.

Um die passenden Aussteller zu finden, sind die Preise für die Messestände nach den Worten von Immo Rombach „komplett verhandelbar“.

Es sei die gemeinsame Lebenseinstellung, die sie zusammengeführt habe, sagt Bernd Neuner. Zusammen mit seiner Frau Irmtraud Alt ist er der Gastgeber des „Aufklärungsabends“. Christina Limpach-Bürkner nennt das anders: „Die gemeinsame Arbeit am Bewusstseinswandel“. Tatsache ist: Am 12. März 2011 lernte sich der harte Kern kennen. Immo Rombach hatte damals mit seiner Frau Carol-Sue eine Busfahrt zu einer Menschenkette am Kernkraftwerk Neckarwestheim organisiert.

Der Zufall wollte es, dass dies der Tag nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima war. Die Bitte des Ehepaares, weitere Demonstrationen zu organisieren und zur Montagsmahnwache gegen Atomkraft am Dreieicher Lutherplatz zu kommen, fiel damit auf fruchtbaren Boden. Man traf sich immer wieder bei Kundgebungen.

Im Mai 2012 erhielten die gemeinsamen Interessen schließlich eine institutionelle Grundlage: Bye-Bye Biblis gründete sich als gemeinnütziger Verein mit dem symbolischen Beitrag von einem Euro pro Monat. „Die meisten zahlen aber freiwillig mehr“, sagt Franz Scheidel.

Die Runde nennt Schlagworte, die ihnen für die Region vorschweben: Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerke, Nahwärme, interkommunale Zusammenarbeit zwischen Langen, Dreieich und Neu-Isenburg für eine Biogasanlage für den gesamten Kreis. Aus den früheren Umweltaktivisten sind mittlerweile „Kümmerer“ und Helfer geworden. „Früher meinte ich, dass ich demonstrieren muss, zeigen, dass ich dagegen bin. Heute denke ich, dass ich etwas tun muss, um andere Menschen dazu zu bringen, etwas zu verändern“, sagt Bernd Neuner.

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