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Zerstörte Zäune und Freilaufgelände zeigen Tierheimleiterin Nadja Czernepzki und Hund Linda.

Dreieich

Tierheim in Dreieich kämpft mit Unwetterschäden

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Umgestürzte Bäume haben das Gelände des Tierheims in Dreieich beschädigt. Nun müssen die Hunde in den Zwingern bleiben.

Bei dem Sturm vor anderthalb Wochen, der vor allem im Kreis Offenbach große Schäden angerichtet hat, wurde auch das Tierheim in Dreieich in Mitleidenschaft gezogen. Umgefallene Bäume zerstörten die Zäune. Ein Baum streifte ein Gebäude. Die Folge: Bis heute müssen die Hunde in ihren Zwingern bleiben und können sich nicht mehr, wie üblich, tagsüber in den großen Freiläufen bewegen und mit Artgenossen spielen.

„Leider hat es das Gelände wieder total erwischt. Es sieht schrecklich aus“, heißt es auf der Homepage des Tierheims, das von acht Kreiskommunen finanziert wird und Fundtiere aus den Mitgliedsgemeinden aufnimmt. Die gute Nachricht: Kein Tier wurde bei dem Unwetter verletzt.

„Wir können die Hunde derzeit einfach nicht ins Freie lassen“, sagt Mitarbeiterin Nadja Czernepzki. Sie kann auch nicht sagen, wann die Bäume beseitigt und die Zäune repariert würden, weil geeignete Firmen momentan anderswo im Einsatz seien.

Nach ihren Angaben sind in dem Tierheim aktuell rund 20 Hunde untergebracht. Sie müssen allerdings nicht die ganze Zeit in den Boxen verbringen. „Sie kommen regelmäßig mit unseren ‚Gassigängern’ raus“, sagt Czernepzki. An fünf Tagen der Woche nutzen Tierfreunde die Gelegenheit, mit den Hunden spazieren zu gehen.

Ursprünglich hatten dem Tierheim zehn Kommunen angehört. Doch Dietzenbach und Rodgau als größter Beitragszahler haben schon vor Jahren ihre Mitgliedschaft beendet. Die acht verbliebenen Mitgliedsgemeinden (Dreieich, Langen, Neu-Isenburg, Heusenstamm, Egelsbach, Mühlheim, Obertshausen und Seligenstadt) zahlen 80 Cent je Einwohner im Jahr, um die Aufnahme und Vermittlung von Fundtieren zu finanzieren. Das Geld reicht aber nicht aus, um alle Kosten zu decken. Dies gelingt nur durch Spenden und Erbschaften.

Vor einigen Jahren war über eine Privatisierung des Tierheims diskutiert worden, weil das Gebäude marode, die Heizung kaputt und die Dächer undicht waren. Auch die Hundeunterkünfte entsprachen damals nicht mehr den Tierschutzbestimmungen. Der Sanierungsstau wurde auf 600 000 Euro geschätzt. Die nötigsten Reparaturen wurden inzwischen erledigt, und es ist dem Verein sogar gelungen, einen kleinen Überschuss zu erwirtschaften.

Positiv haben sich auch die Einnahmen aus dem Pensionsbetrieb entwickelt. Wer in Urlaub fährt, kann Hunde und Kleintiere, aber keine Katzen im Tierheim unterbringen. Die Kosten für Hunde betragen inklusive Futter je nach Größe zwischen 13 und 15 Euro. Für Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen werden pro Käfig sechs Euro fällig.

Eine wichtige Aufgabe der kommunal getragenen Einrichtung ist die Aufnahme von Fundtieren. Nach Angaben Czernepzkis steht zwar die Vermittlung der Tiere im Vordergrund. Aber es gebe auch Hunde, bei denen dies wegen ihres aggressiven Verhaltens nicht möglich sei. Aktuell suchen Katzen, Vögel, Hunde, Meerschweinchen und Kaninchen neue Besitzer.

Das Tierheim Dreieich, Im Haag 3, ist telefonisch unter 06103/82788, per Mail unter info@tierheim-dreieich.de erreichbar. Nähere Infos gibt es unter www.tierheim-dreieich.de.

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