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Teurer Nahverkehr

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Von: Andreas Hartmann

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Die Kosten für Bus und Bahn trüben die gute Jahresbilanz der Stadtwerke Dreieich.

Das vergangene Jahr war für die Dreieicher Stadtwerke kein schlechtes. Das liegt auch am Wetter, denn Hitze und Kälte schlagen im wahrsten Sinne des Wortes positiv zu Buche. Den meisten von uns ist der Sommer 2012 zwar nicht gerade als besonders schön in Erinnerung, doch das täuscht.

„Im August hatten wir eine Reihe sehr heißer Wochenenden“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Lammeyer. 30 289 Besucher zählten die Freibad-Mitarbeiter allein in jenem Monat. Insgesamt konnten das Parkschwimmbad seine Besucherzahlen im Vergleich zu 2011 deutlich steigern.

Kamen 2011 nicht einmal 50 000 Badelustige (48 893), waren es 2012 insgesamt 67392 Besucher. Das ist ein stolzes Plus von 37,8 Prozent. Und selbst das kalte, nasse Jahr 2013 holte in den vergangenen Wochen bereits kräftig auf: Insgesamt badeten bisher auch schon rund 30 000 Menschen im Parkschwimmbad. „Und wir hoffen auf einen guten August“, sagt Lammeyer.

Das Plus ist aber auch beim Hallenbad spürbar: Planschten hier 2011 nur 68 775 Besucher, waren es 2012 mit 81 883 19,1 Prozent mehr. In die Sauna gingen 5271 Menschen zum Schwitzen, 12,5 Prozent mehr als 2011 (4686). Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD), sieht den Grund im verbesserten Zusatzangebot wie Aquajoggen und Aquacycling oder den Kindernachmittagen. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt er.

Die Verluste von 1 657 076,40 Euro sind nichtsdestotrotz hoch, doch im Vergleich zu 2011 wenigstens nicht gestiegen. Die Stadtwerke gleichen ihn mit den Gewinnen aus dem Energieverkauf aus. „Bäder und Verkehrsbetriebe wird man kaum kostendeckend betreiben können“, sagt Zimmer.

Kalter Winter füllt die Kassen

Neben der Stadt-Holding (SHD), die die beiden Bäder betreibt, gehören auch die Verkehrsbetriebe (VBD) und die Stadtwerke Dreieich (VBD) zu dem Konzern, der zu 73,75 Prozent der Stadt und zu 26,25 Prozent der Mainova gehört. Profitierte die SHD von den Sonnentagen, freuten sich die Manager beim Energieversorger VBD über den langen Winter. Das trieb den Verkauf von Erdgas und Strom in die Höhe. Der Jahresüberschuss von 1 762 000 Euro ist das beste Ergebnis, das die SHD bisher ausweisen konnte. Der Gewinn soll allerdings nicht ausgeschüttet, sondern als Rücklage angelegt werden.

Sorgen bereiten dem Aufsichtsratsvorsitzenden Zimmer allerdings die Verkehrsbetriebe, obwohl Busse und Bahnen intensiv genutzt werden. Hier sind die Landeszuschüsse gekürzt worden, und das schlägt zu Buche: 724 784 Euro Verlust im Jahr 2012 stehen 660 189 Euro Miese im Jahr 2011 gegenüber. „Der Topf ist kleiner geworden“, sagt Zimmer. Noch denke man nicht über die Streichung von einzelnen Linien nach, „aber man muss überlegen, wie man diesen unfreundlichen Entwicklungen begegnen wird“.

Übrigens werden in den kommenden Wochen alle Kunden der Stadtwerke – das sind immerhin rund 26 000 Haushalte – Post von ihrem Versorger erhalten. Grund ist die europaweite Standardisierung des Lastschrifteinzugs. Die bisherigen Einzugsermächtigungen verlieren zum 1. November ihre Gültigkeit.

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