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Auf der ehemaligen Mülldeponie Buchschlag wurde 2012 schon ein riesiger Solarpark eingerichtet. 

Dreieich

Ein Solarpark an der Autobahn 661 bei Dreieich

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Die Dreieicher CDU will brachliegende Flächen einer ehemals geplanten Rastanlage an der A 661 in Höhe Sprendlingen mit Photovoltaik bestücken.

Vor vielen Jahren war an der Autobahn 661 in Höhe Dreieich eine Rastanlage geplant. Da die Autobahn jedoch nicht wie ursprünglich vorgesehen bis Darmstadt verlängert wurde, lagen die Pläne jahrelang in den Schubläden der Behörden – und wurden schließlich ganz aufgegeben. Jetzt hat die Dreieicher CDU das brachliegende Gelände wiederentdeckt: Man könne dort doch eine große Solarstromanlage errichten, meint die Partei – und hat zur nächsten Ausschussrunde einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Das ehemalige Rastanlagen-areal liegt zu beiden Seiten der A661 auf Höhe des Stadtteils Sprendlingen. Es sei bereits mit Hecken und Bäumen eingefriedet und größtenteils versiegelt, schreibt die CDU-Fraktion in ihrem Antrag. Links und rechts der Autobahn seien Betonflächen für die Raststättenparkplätze angelegt worden, erklärt Fraktionsvorsitzender Hartmut Honka im Gespräch mit der FR. „Die werden aktuell als Lagerflächen für Schotterreste missbraucht“, ärgert er sich. Zum Glück seien die unschönen Schotterberge nur von der Autobahn aus zu sehen, „von der Stadtseite her sieht man die gar nicht“, sagt Honka. Laut Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil sind die Flächen im Besitz des Bundes.

Der Magistrat solle nun bei den zuständigen Stellen anfragen, ob es möglich wäre, auf dem seit vielen Jahren brachliegenden Gelände eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten. Im Idealfall könnte es dadurch auch ökologisch deutlich aufgewertet werden, meint die CDU und nennt das Stichwort Bienenweiden. Wenn man die Betonflächen aufreiße, könne nach dem Bau der Solaranlage eine regionale Saatmischung mit Wildblumen ausgesät werden, erklärt Honka. Dadurch ließen sich Bienen anlocken, und sogar das Imkern sei dann möglich.

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Im Gegensatz zu Windkraftanlagen hätten die Anwohner keine Geräusche zu befürchten, meint die Fraktion. Photovoltaik sei emissionsfrei. Ein weiterer Vorteil: Der Strom aus dem Solarpark brauche keine Überlandleitungen, er werde lokal und nachhaltig erzeugt und direkt im Dreieicher Ortsnetz verbraucht.

Im Stadtteil Buchschlag wurde bereits im Jahr 2012 auf der einst größten Mülldeponie Europas ein großer Solarpark errichtet. 40 000 Solarmodule erzeugen dort jährlich rund 8000 Megawattstunden umweltfreundlichen Strom. Das reicht für rund 2000 Vierpersonenhaushalte. Das Areal umfasst 20 Hektar und ist damit so groß wie acht Fußballfelder.

Die Stadtwerke Dreieich betreiben die Anlage zusammen mit der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, alleine ein Viertel der Solarparkanteile gehört Bürgern aus der Region. Die Stadtwerke könnten somit auch für eine Photovoltaikanlage an der A661 verantwortlich zeichnen, schlägt die CDU in ihrem Antrag vor.

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