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Bei den Burgfestspielen 2012 wird "Don Juan" aufgeführt.

Burgfestspiele Dreieichenhain

Stadt steht zu Burgfestspielen

Trotz Sparzwang will die finanziell angeschlagene Stadt Dreieich an den Burgfestspielen festhalten. Für die Saison 2013 verspricht Programmchef Wolfgang Barth eine Mischung aus Live-Musik, Schauspiel, Kabarett und großer Oper.

Von M. Brust und M. Farrouh

Die finanziell angeschlagene Stadt Dreieich will trotz des Sparzwangs der nächsten Jahre an den Burgfestspielen festhalten. „Die Burgfestspiele in Dreieichenhain sind eine Erfolgsstory und ein Image-Faktor“, sagte Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD), als Programmchef Wolfgang Barth und Benjamin Halberstadt vom Eigenbetrieb Bürgerhäuser gerade das Programm fürs nächste Jahr vorstellten.

Für sein komplettes Veranstaltungsprogramm erhält der Eigenbetrieb von der Stadt ein Jahresbudget von rund 180 000 Euro. Davon sind 70 000 Euro für die Burgfestspiele eingeplant. Der tatsächliche Zuschussbedarf sei aber geringer, so dass das Budget nicht voll ausgeschöpft werde, sagte Programmchef Barth. Für die jüngsten Burgfestspiele im vergangenen Sommer haben die Veranstalter rund 50 000 Euro draufgezahlt.

Bürgermeister Zimmer findet das Geld gut angelegt. „Wir wollen und müssen uns dieses Angebot auch in Zukunft leisten.“ Die Stadt habe bei der Kultur bereits in den vergangenen zehn Jahren viel gespart und den Etat von mehr als zwei Millionen auf weniger als anderthalb Millionen verkleinert. „Auch die Burgfestspiele hatten damals einen weit höheren Zuschussbedarf“, fügt Barth hinzu.

Vorverkauf ist gestartet

Der Vorverkauf für die Saison 2013 ist bereits gestartet. Eine Mischung aus Live-Musik, Schauspiel, Kabarett und großer Oper verspricht Wolfgang Barth. An 35 Tagen bietet der neue Spielplan 30 Produktionen mit insgesamt 37 Vorstellungen.

„Die Qualität muss stimmen“, so die Maxime der Burgfestspiele-Macher Barth und Halberstadt. Der städtische Eigenbetrieb ist bereits zum siebten Mal für die Organisation des Festivals verantwortlich, davor hatte die Regie bei einem externen Leiter gelegen.

Die Burgruine wird 2013 auch bei wechselhaftem Wetter wieder Anlaufstelle für bis zu 800 Zuschauer sein, denn zwei Drittel der Plätze im Burggarten sind überdacht.

Oper "Aida" und Musical "Hair"

Die Zuschauer dürfen sich freuen auf ein Wiedersehen mit Michael Quast, bekannt für sein Frankfurter Programm „Barock am Main“. Dort wie in Dreieichenhain spielt er 2013 eine Mundart-Version von „Der Geizige“ nach Molière, mit aktuellen Bezügen zur europäischen Finanz- und Schuldenkrise. Außerdem im Bereich Schauspiel: Shakespeares „Komödie der Irrungen“ und „Ein Sommernachtstraum“ sowie „Nosferatu“ und Brechts „Dreigroschenoper“.

Konzerte von Konstantin Wecker, Stefan Gwildis, Helen Schneider, Blechschaden, Max Mutzke und der Reihe Jazz in der Burg stehen ebenfalls auf dem Programm. Außerdem wird die italienische Operngala kommendes Jahr ganz dem Werk von Giuseppe Verdi gewidmet sein, dessen 200. Geburtstag 2013 gefeiert wird. Dazu passt eine opulent ausgestattete „Aida“-Inszenierung. Moderner und doch schon ein Klassiker ist das Rock-Musical „Hair“, dass vom Ensemble der Burgfestspiele Bad Vilbel in der Hayner Burg gespielt wird.

Die Künstler der „Klangwelten – Festival der Weltmusik“ sind vielen Dreieichern bekannt von Auftritten im Bürgerhaus Sprendlingen. 2013 wird das Festival erstmals unter freiem Himmel zu erleben sein. Im Bereich Kleinkunst wurden die Kabarettisten Jochen Malmsheimer, Rainald Grebe und Vince Ebert gebucht.

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