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Bietet Theater für Kinder: die Studiobühne Dreieich.

Dreieich Studiobühne

„Das Publikum der Zukunft“

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Die Studiobühne Dreieich hat sich auf Kindertheater spezialisiert. Kinderstücke mit dem erhobenen Zeigefinger bringen die Amateure nicht auf die Bühne. Sie proben mit professionellem Anspruch.

Giftgrün ist das Kostüm, das Janina Esdar trägt. „Schließlich stelle ich auch einen Drachen dar“, meint Esdar. Seit knapp einem Jahr ist sie bei der Studiobühne Dreieich, im aktuellen Stück spielt sie das nicht ganz so furchterregende Reptil. „Ich mag es, für Kinder zu spielen“, meint die Beamtin, „Kinder sind ein kritisches Publikum. Man spürt sofort, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.“

Auf Theater für Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren hat sich die Studiobühne Dreieich spezialisiert, sagt Karl Hofmann. „Das war der Wunsch unseres Gründers Hans Obermann, vorwiegend Kindertheater und Kammerspiele für Erwachsene anzubieten.“ Das Erwachsenentheater ist inzwischen eingestellt, es wurde immer schwerer, Spieler zu finden. „Außerdem haben wir die meisten Auftritte mit Kinderstücken: Sich darauf zu konzentrieren, ist sinnvoll.“

Hofmann gibt Theaterkurse

Seit 1992 hat er die künstlerische Leitung der Studiobühne inne. Geprobt wird im Sprendlinger „Haus des lebenslangen Lernens“, da die Studiobühne zur Volkshochschule Dreieich gehört. Bei der Volkshochschule gibt Hofmann auch Theaterkurse, mancher Spieler fand seinen Weg zur Gruppe. Etwa Jörg Heyer: „Ich habe gehofft, dass mir Theaterspielen im Job hilft, dass ich besser vor Leuten sprechen kann. Und tatsächlich, das Theaterspielen hat mir viel gebracht. Bei einem Medientraining vor kurzem kam mir vieles bekannt vor“, sagt der Redakteur lächelnd.

Im aktuellen Stück, „Kasper auf Burg Rabenstein“, spielt er den Ritter Kunz zu Rabenstein, der sich mit seinem Knappen aufmacht, einen Drachen zu erlegen. Denn dieser fordert jährlich eine Jungfrau als Tribut. Dumm nur, dass der Ritter seine Berufung eher in der Gärtnerei sucht und zudem noch unter der Fuchtel seiner dem Standesdünkel behafteten Mutter steht. Selbst wo und wie er zu sitzen habe, schreibt sie ihm vor. „Und die Jungfrau ist auch alles andere als damenhaft“, meint Anja Luttenberger, die eben jene „Eva“ spielt. Statt sittsam zu sein, rauft sie lieber und nimmt Schwert und Rüstung zur Hand, um sich dem Drachen zu stellen.

„Nichts ist im Stück so, wie es scheint“, sagt Hofmann, „wir zeigen den Kindern, dass auch die Mädchen sich mit Drachen anlegen können.“ Doch werde diese Moral nicht plakativ präsentiert. Kinderstücke mit dem erhobenen Zeigefinger mag der 60-Jährige nicht, wichtiger sei es, dass der Spaß im Vordergrund stehe. „Kinder sind das Publikum der Zukunft, das sollte man nie vergessen.“ Schwierig sei es geworden, Engagements zu finden: „Häufig werden Einsparungen vorgeschoben, aber damit schneiden sich doch die Kommunen ins eigene Fleisch: Kinder müssen früh an Kultur herangeführt werden.“ Kunst und speziell Kunst für Kinder leide sehr unter dem Rettungsschirm.

Ältestes Mitglied ist 74

Die Studiobühne spiele auch an Bühnen, die sonst keine Amateure nehmen, wie Rüsselsheim. Ein Zeichen für die hohe Qualität ihrer Arbeit, finden Hofmann und die Darsteller. „Wir sind Amateure, doch geprobt wird mit professionellem Anspruch.“ 25 Mitglieder umfasst die Gruppe, der älteste ist mit 74 Jahren hinter den Kulissen tätig. Neue Schauspieler oder Helfer werden gesucht: Wir wollen auch die nächsten 32 Jahre noch für Kinder spielen.“

Die Studiobühne Dreieich spielt „Kasper auf Burg Rabenstein“ am Sonntag. 26. Januar, um 11 Uhr im Bürgerhaus Sprendlingen sowie am Mittwoch, 5. Februar, in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle um 10 und um 16 Uhr. Im Bürgerhaus Nieder-Roden wird das Stück am Samstag, 8. Februar, um 15 Uhr gespielt. Weitere Informationen zur Studiobühne im Internet auf der Seite www.studiobuehne-dreieich.de.

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