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Auf Plakaten machten die Eltern ihrem Unmut über den Abriss des Ponyhofs Luft.
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Auf Plakaten machten die Eltern ihrem Unmut über den Abriss des Ponyhofs Luft.

Dreieich

Protest gegen Abriss eines Ponyhofs in Dreieich

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Eltern von kleinen Reitschülern gehen in Dreieich auf die Barrikaden, weil ein Ponyhof der Hengstbach-Naturierung weichen muss.

Ein Ponyhof in Dreieich steht vor dem Aus, weil Natur- und Hochwasserschutz Vorrang haben. Am Mittwochabend rief dies rund 60 Eltern kleiner Reiterinnen und Reiter auf den Plan. Mit Plakaten und Transparenten machten sie ihrer Empörung vor dem Bürgerhaus Luft, bevor drinnen die Mitglieder des Sozialausschusses tagten. Heute Abend sind vor der Sitzung des Bauausschusses nochmals Proteste gegen den Abriss geplant, und Ende Juni wollen die Eltern ihren Ärger auch vor den Ausschusssitzungen des Kreises Offenbach artikulieren. Sie hatten auch schon Briefe an den Bürgermeister, den Landrat, die Fraktionen und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) beim Kreis Offenbach geschickt.

Das idyllisch gelegene Gestüt Hengstbach in Dreieichenhain hat in den vergangenen Monaten einen großen Andrang erlebt, weil der Umgang mit Tieren auch im Lockdown erlaubt war. Eigentümerin Ingeborg Bopp berichtet von ein bis drei E-Mails oder Anrufen, die nach wie vor täglich bei ihr eingehen: „Eltern wollen ihre Kinder fürs Ponyreiten anmelden.“ Doch die 72-Jährige muss allen absagen – weil eine Abräumverfügung der UNB wie ein Damoklesschwert über ihrem Hof schwebt. „Im September soll Schluss sein“, sagt Bopp.

Der Schlamassel begann schon in den 80er Jahren, als Vorbesitzer Günter Gesang für seine Araberzucht Ställe baute, für die er keine Genehmigung erhielt – obwohl er sogar vor Gericht zog. 1996 übernahm Bopp das Gestüt und machte einen familien- und leistungsorientierten Reitstall daraus, auf dem Kinder ab vier Jahre auf Ponys das Reiten erlernen können.

Im Jahr 2005 beschlossen die Dreieicher Stadtverordneten einstimmig einen Bebauungsplan für die Naherholung und die Renaturierung des Hengstbachs auf 9,9 Hektar zwischen den Ortsteilen Dreieichenhain und Götzenhain. Im Zuge dessen müssen unter anderem die Stallungen und Koppeln des Reiterhofs zurückgebaut werden, weil das Areal zur Überflutungsfläche werden soll. Der geforderte Rückbau wurde auch mit „ungenehmigten Rechtsverhältnissen der baulichen Anlagen des Reiterhofs“ begründet. „Ich hatte Widerspruch eingelegt, aber das wurde trotzdem beschlossen“, sagt Bopp. Immerhin nannte ihr die Stadt drei potenzielle neue Standorte in Dreieichenhain, Sprendlingen und Götzenhain. „Die Ställe gehörten aber Privatbesitzern“, erklärt sie. Sie führte zwar Gespräche, doch die Standorte waren entweder ungeeignet, wurden an andere verkauft oder einer anderen Nutzungsart zugeführt.

Am 26. August 2016 unterschrieb Bopp einen Abräumvertrag der UNB mit einer Räumungsfrist von fünf Jahren. „Unter dem Druck, dass sie mir den Betrieb sonst sofort geschlossen hätten“, sagt sie. Die fünf Jahre sind jetzt um. „Den Bebauungsplan hat die Stadt aufgestellt, wir führen ihn nur aus“, sagt Sandra Klauß von der Pressestelle des Kreises. Der Reitlehrerin sei schon lange bekannt gewesen, „dass es so nicht bleiben kann“. Bopp dagegen hofft noch, dass die Stadt „vielleicht den Bebauungsplan ändern kann“.

Ingeborg Bopp vor der Stallung mit ihrem Pony Venezia.

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