Bürgermeister Martin Burlon wird möglicherweise erst zum Jahresende einen Stellvertreter haben.

Dreieich

Keine Einigung auf Kandidaten für Stadtratsposten in Dreieich

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In Dreieich wird die Stelle des Ersten Stadtrat erneut ausgeschrieben. Die Fraktionen konnten sich auf keinen der Bewerber einigen.

Bürgermeister Martin Burlon (parteilos) wird seine Amtsgeschäfte an der Spitze der Stadt Dreieich wohl noch monatelang ohne eine Vertretung erledigen müssen. Die Suche nach einem neuen Ersten Stadtrat blieb nämlich ergebnislos und geht nun in die zweite Runde. Bewerbungen für die hauptamtliche Stelle gab es zwar genug, doch bei den Beratungen in den Fraktionen zeichnete sich für keinen der Kandidaten eine Mehrheit ab. Die Stelle wird somit erneut ausgeschrieben.

Bürgermeister Martin Burlon in Dreieich seit 2018 ohne Vertreter

Ende Januar wurde der bisherige Erste Stadtrat Martin Burlon zum Bürgermeister ernannt. Seitdem ist das Amt des Ersten Stadtrats vakant – und wird es in den kommenden Monaten auch bleiben, obwohl die Stelle schon Ende 2018 öffentlich ausgeschrieben worden war. Bis die Stadtverordneten in ihrer Sitzung nun in geheimer Wahl den zweiten Hauptamtlichen wählen, könnte es November werden, rechnet Kerstin Mandel vor, die Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses. „Wenn alles super läuft, haben wir Ende des Jahres einen Ersten Stadtrat.“ Er wird dann die Aufgaben Bürger und Ordnung, Planung und Bau sowie Gebäudemanagement übernehmen.

Ende Januar, als Burlon als Bürgermeister vereidigt wurde, lief die Bewerbungsfrist für die Stelle des Ersten Stadtrats ab, berichtet Mandel. Bis dahin hatten 61 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet schriftlich ihr Interesse bekundet. Der Wahlvorbereitungsausschuss sichtete die Bewerbungen, bewertete sie und sortierte ungeeignete Bewerber aus. 

Nicht jeder Bewerber ist auch geeignet

„Es ist ein politisches Amt, da ist eine fachliche Qualifikation erwünscht“, erklärt Mandel – wobei durchaus auch Berufe wie Juristen oder Bauingenieure für den Job infrage kommen. „Es waren aber bei weitem nicht alle Bewerbungen hochkarätig“, sagt Mandel, und wundert sich über die „Blauäugigkeit“ mancher Kandidaten. Einer der Interessenten habe sogar gar keinen Schulabschluss vorlegen können.

Geeignete Bewerber wurden dann eingeladen, sich vorzustellen. „Fünf oder sechs bundesweite Bewerber“, so Mandel, sprachen vor rund einem Monat in den Fraktionen vor – aus dem eigenen Haus war laut Mandel aber keiner dabei. „Es zeichnete sich ab, dass es keine stramme Mehrheit für einen Vorschlag gibt“, sagt sie. „Die eine Fraktion favorisierte den einen, die andere den anderen, die nächste konnte sich für keinen der Kandidaten erwärmen.“ Der Wahlvorbereitungsausschuss hätte den Stadtverordneten aber eine Person zur Wahl vorschlagen müssen.

Gesucht: "Charismatische Führungspersönlichkeit"

Aus den Fraktionen kam dann der Wunsch nach Neuausschreibung der Stelle. Somit geht nun alles wieder von vorne los – und Stelleninserate sowie Sitzungsgelder sind wieder zu bezahlen. „Die Stellenausschreibung wurde jetzt leicht präzisiert“, sagt Mandel. Sie werde in Kürze auf Onlineportalen und auf der Seite der Stadt Dreieich veröffentlicht. „Wir wünschen uns eine charismatische Führungspersönlichkeit.“

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