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Die Strothoff International School in Dreieich

Strothoff School Dreieich

Der Kauf wird schwierig

Der Betreiber Hans Strothoff will das Gebäude, in dem die nach ihm benannte Privatschule untergebracht ist, erwerben - doch die Leasing-Gesellschaft, der das Haus gehört, sieht Probleme. Die Anleger des 68-Millionen-Euro-Fonds müssten zustimmen.

Von Achim Ritz

Der Dreieicher Unternehmer Hans Strothoff wird seinen Plan, die von ihm auf dem Campus Dreieich betriebene internationale Privatschule zu kaufen, nur schwer verwirklichen können. Die Hannover-Leasing-Gesellschaft, die das Objekt in Sprendlingen über den geschlossenen Fonds „Substanzwerte Deutschland 3“ finanziert hatte, sieht große Probleme, ein einzelnes Gebäude aus einem komplexen Fonds zu trennen und eine Immobilie allein zu veräußern.

„Das kann man nicht ohne Weiteres machen“, sagt Yvonne Berg, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Hannover Leasing in Berlin. Sie weist auf die geltenden Verträge hin. Die prospektierte Laufzeit des Fonds liege bei 15 Jahren und der Vertrag mit dem Kreis Offenbach, der die International School an Strothoff weitervermietet hat, habe eine Laufzeit von knapp 30 Jahren. Yvonne Berg spricht von einem komplizierten Verfahren, dem die Anleger des rund 68 Millionen Euro umfassenden Fonds zustimmen müssten. Weiter möchte sich die Sprecherin der Hannover Leasing derzeit zu dem Verfahren, das jetzt ins Rollen kommt, nicht äußern.

Grundsätzlich sei es möglich, auch aus einem geschlossenen Fonds Objekte zu verkaufen, sagt Rechtsanwältin Stefanie Perner vom Verband Geschlossene Fonds (VGF) in München. Üblich sei es allerdings nicht, so kurz nach dem Start einzelne Teile herauszulösen. Das müsse sich für die Fondsgesellschaft schon lohnen, sagt die Juristin. Einfach ist die Kaufabsicht des Dreieicher Unternehmers ihrer Meinung nach nicht zu realisieren, denn die öffentliche Hand, hier der Kreis Offenbach, sei für die Fondsanleger auf 30 Jahre eine sichere Mieterin.

Daniel Schmid, Sprecher von Strothoff, der die englischsprachige Privatschule seit August 2009 betreibt, bezeichnet die Verhandlungen mit der Hannover Leasing als schwere Arbeit. Der Kauf der Schule könne aber gelingen, wenn alle mitmachten. Schmid hofft, dass der Kreis als Mieter bereit sei, die Schule abzugeben, denn „schließlich dient das ja einem guten Zweck“. Mit der Hannover Leasing habe man sich bereits zweimal getroffen. Er wünscht sich, dass „die Sache, die für alle ärgerlich ist“, mit dem Kauf der Schule beendet würde.

Die Fragen nach der tatsächlichen Miethöhe – Strothoff überweist derzeit monatlich eine Grundmiete von 68.000 Euro – und der Finanzierung der Sonderausstattungen (3,5 Millionen) müssen jedoch auch bei einem Kauf der Schule geklärt werden. Ohne Einigung bliebe nur die gerichtliche Klärung, sagt Landrat Oliver Quilling (CDU).

Grüne und FDP kündigen indes zur Strothoff-Schule und dem Verhalten von Ex-Landrat Peter Walter (CDU) juristische Schritte an. In einem Antrag fordern sie, der Kreistag solle gegen Walter Strafanzeige erstatten und ein Disziplinarverfahren einleiten.

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