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Gipfelsturm mit Stollenreifen

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Marc Odrosek bewältigt mit dem Bike Extremtouren.
Marc Odrosek bewältigt mit dem Bike Extremtouren. © Martin Weis

Der 32 Jahre alte Extrem-Mountainbiker Marc Odrosek trainiert pro Tag drei bis vier Stunden. Mit 14 hat er sein erstes Mountainbike-Rennen gefahren.

Von Jöran Harders

Manchmal, da möchte sich Marc Odrosek nach der Arbeit einfach auf die Couch setzen und den Fernseher einschalten. Doch das, was für die meisten Menschen eine ganz normale Feierabendbeschäftigung wäre, kommt für den 32 Jahre alten Ingenieur aus Dreieichenhain nur ganz ausnahmsweise einmal in Frage. Denn abends sitzt Odrosek nicht auf der Couch, sondern auf dem Fahrrad.

Mit 14 hat er sein erstes Mountainbike-Rennen gefahren und seitdem hat der Radsport ihn nicht mehr losgelassen. Aktuell trägt er den Titel des Vize-Hessenmeisters im Mountainbike-Marathon; fast an jedem Wochenende nimmt Odrosek in Deutschland und im benachbarten Ausland an irgendeinem Mountainbike- oder Cyclocross-Rennen teil. Radprofi wäre er auch fast geworden – doch irgendwie habe dazu „immer ein bisschen gefehlt“, wie Marc Odrosek erzählt.

Zwei Jahre lang arbeitete er an einer Profikarriere und zog dann Bilanz: „Ich habe in dieser Zeit alles gegeben und bin fast immer auf dem Fahrrad gesessen.“ Dass es trotzdem nicht ganz bis an die Spitze gereicht hat, habe eventuell auch mit einem vieldiskutierten Thema zu tun. „Mit Doping hätte ich es vielleicht geschafft, aber das kam für mich nie in Frage.“ So entschied sich Odrosek für das Studium der Umwelttechnik, um „sich ein richtiges Standbein zu schaffen“.

Profisport ein Kindheitstraum

„Der Profisport war ein Kindheitstraum, aber irgendwann muss man erwachsen werden“, meint der Radfahrer, der bei Rennen für das Storck-Mountainbike-Team antritt, und zwar durchaus erfolgreich – etwa mit dem Gesamtsieg beim Hessencup in Wombach im April.

Drei bis vier Stunden sitzt Odrosek jeden Tag auf dem Mountainbike, um sich für die Rennen fit zu machen. Zwingen muss er sich zum Training nicht. „Es gibt für mich nichts Schöneres, als mit dem Rad durch den Wald zu fahren“, sagt Marc Odrosek. Auf seinen täglichen rund 30 Kilometer langen Rundfahrten könne er die Natur genießen: „Spätestens nach einer Viertelstunde auf dem Rad weiß ich, warum ich nicht auf der Couch sitzengeblieben bin.“ Anstrengend sei nicht das Training, anstrengend seien die Rennen. Denn die dauern bis zu sechs Stunden, und damit deutlich länger als seine üblichen Trainingsrunden.

Dass er als Junge die Liebe zum Mountainbike entdeckt hat, verdankt Odrosek einem ärztlichen Rat und seinem Vater. „Als Kind habe ich Fußball gespielt, aber schon früh Probleme mit den Kniegelenken bekommen. Der Doktor hat mir damals erklärt, dass Radfahren für mich gesünder wäre“, erinnert sich der Sportler. Sein Vater, ebenfalls ein begeisterter Mountainbiker, kaufte Marc Odrosek dann das erste Fahrrad.

Auch heute noch kommt es gelegentlich vor, dass Vater und Sohn zusammen mit dem Rad losfahren. Mit einem einzigen Unterschied: „Damals musste mein Vater auf mich warten, heute warte ich auf ihn“, erzählt Odrosek.

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