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Die Oper "Die diebische Elster" landet im kommenden Sommer auf der Freilichtbühne in Dreieichenhain.

Burgfestspiele Dreieichenhain

Faust „ohne Mätzchen“

Nach dem Besucherrekord bei den diesjährigen Burgfestspielen stellen die Macher ihr Programm für 2011 schon jetzt vor. Der Vorverkauf beginnt bereits - in der Hoffnung, dass die eine oder andere Eintrittskarte unterm Weihnachtsbaum liegt.

Von Achim Ritz

Die Bürgerhäuser Dreieich möchten mit ihrer Programmauswahl für die Burgfestspiele im nächsten Sommer weiter mit Qualität punkten und weniger auf spektakuläre Stücke setzen. Statt spannender Action-Szenen mit Pfeil und Bogen wie in den vergangenen Jahren bei Robin Hood bringen die Organisatoren vom 5. Juli 2011 an gleich zu Beginn drei Tage lang Goethes Klassiker Faust I auf die offene Bühne. „Und ins Publikum“, verspricht Programmgestalter Wolfgang Barth, denn die Neue Bühne Senftenberg lässt die Schauspieler auch „mit viel Genuss und ohne Mätzchen“ in den Zuschauerreihen agieren.

Doch ganz ohne Verwechslungsspiel, Intrigen und lustige Unterhaltung geht es beim Open-Air-Spektakel in Dreieichenhain selbstverständlich auch im kommenden Jahr nicht. Am fünften von 28 Veranstaltungstagen wird Shakespeares Sommernachtstraum „frech und frisch“ daherkommen, verspricht Barth. Dabei schlüpfen die Protagonisten Sabine Fischmann und Till Krabbe in alle 26 Figuren.

Benjamin Halberstadt, Geschäftsführer der Bürgerhäuser, freut sich besonders auf das Varieté unter Sternen, das nach einer achtjährigen Pause wieder im Dreieichenhainer Festspielbetrieb auftaucht. Früher ließen sich die Besucher im Theaterzelt auf dem Parkplatz am Untertor unweit der Ruine begeistern, bald können sie sich im Varieté vom 5. bis 7. August unter freiem Himmel und damit tatsächlich unter Sternen verzaubern lassen.

2011 werden die Bürgerhäuser schon im fünften Jahr selbst die Regie der Festspiele führen. Eine Tradition hat diese Eigenverantwortlichkeit für die Freilichtevents noch nicht, wohl aber der Klassiker Jazz in der Burg, den viele fest im Kalender eingetragen haben. Mitte Juli soll mit dem Klarinettisten und Bandleader Hugo Strasser (88) ein ganz Großer der Szene die Burg besuchen.

Ende Juli werden die Räuber im Burggarten unterwegs sein. Schillers Werk werde in einer aufrüttelnden und frischen Version gezeigt, sagt Barth. Überhaupt möchte der Programmmacher vor der Burgkulisse keine Nullachtfünfzehn-Stücke platzieren. Das Theater werde auf keinen Fall von einer x-beliebigen Bühne auf die Open-Air-Plattform in Dreieichenhain kopiert. „Alle Produktionen haben ihre Eigenheiten und jedes Stück findet seine besondere Form. Da passiert etwas auf der Bühne“, kündigt Barth an.

Frühbucher bekommen Rabatt

Auch wenn Konstantin Wecker am 11. Juli kommt. Der poetische politische Liedermacher bringt zwei Leute am Flügel, vier Streicher und die Botschaft der Liebe mit. Einen intimen musikalischen Sommerabend verspricht auch Stefan Gwildis („anplackt“) mit zwei Gitarren, einem Cello und seiner souligen Stimme.

Wolfgang Barth und Benjamin Halberstadt haben sich nach den jüngsten Burgfestspielen mit dem Rekord von 22.500 Besuchern beeilt und das Programm schon gestern und somit viel früher als sonst präsentiert, in der Hoffnung, dass die eine oder andere Eintrittskarte unterm Weihnachtsbaum liegen wird. Von morgen an und bis Mitte Februar gilt ein Frühbucherrabatt.

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