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Tobias Stey arbeitet bei der Firma Kaffeeservice24.
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Tobias Stey arbeitet bei der Firma Kaffeeservice24.

Dreieich Inklusion

Einfach integriert

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Kleine Umbauten helfen dem Rollstuhlfahrer Tobias Stey im Büroalltag. Er hat gerade eine Stelle bei einem Dreieicher Unternehmen angetreten. Die Arbeitsagentur Offenbach unterstützt schwerbehinderte Arbeitssuchende mit einem eigenen Reha-Team.

Die Probezeit von Tobias Stey bei dem Dreieicher Unternehmen Kaffeeservice24 ist schon fast zu Ende. Der 34-jährige Langener muss einen Augenblick nachdenken, wann er hier angefangen hat. „Ich fühle mich hier Zuhause“, sagt der Rollstuhlfahrer, der sich seit 1. September um die IT der Firma mit ihren etwa zehn Mitarbeitern kümmert.

Firmenchef Mike Weichardt hat 2005 mit seinen hochwertigen Leasing-Kaffeeautomaten eine Marktlücke entdeckt und mit seiner Idee vor einem guten Jahr den Hessischen Gründerpreis gewonnen – sein Motto: „Qualität ist geiler als Geiz.“ 1500 Kunden habe er, sagt Weichhardt, darunter auch so bekannte wie Steigenberger, die Allianz oder Qantas, und grade mal sieben Kündigungen seien innerhalb der letzten neun Jahre eingegangen.

Damit sein neuer Angestellter Stey bei der Arbeit gut zurechtkommt, sind einige kleinere Umbauten in dem Büro nötig. Das übernimmt die Arbeitsagentur Offenbach, die ein eigenes Reha-Team für schwerbehinderte Arbeitssuchende hat.

Der Diplom-Ingenieur Martin Kraus, technischer Berater der Arbeitsagentur, kommt in diesem Fall in den Firmen vorbei, schaut sich den potenziellen Arbeitsplatz an und stellt fest, was zu ändern ist. „Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die einen Arbeitsplatz behindertengerecht machen“, sagt Kraus. Aber auch technische Umbauten wie Behindertenlifte, Hebehilfen und eine spezielle Software übernimmt die Arbeitsagentur.

Chef ist voll des Lobes

Im Fall Steys, der nach einem Unfall vor neun Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist, wären die Anschaffungen eigentlich Kleinigkeiten: Eine Rampe für den Haupteingang, ein neuer Türspanner, eine umgebaute Toilette, ein verstellbarer Schreibtisch. Die Mühlen der Behörde mahlen allerdings doch sehr langsam. Bisher ist augenscheinlich noch keiner der versprochenen Umbauten für den Rollstuhlfahrer erfolgt, die Stufe am Eingang deshalb immer noch eine hohe Hürde.

Stey selbst, der als IT-System-Kaufmann einen relativ gefragten Beruf hat, musste nicht lange nach der Stelle suchen, die er nun in Dreieich hat. „Ich kannte Herrn Weichardt schon von einer früheren Tätigkeit, und er suchte jemanden“, sagt er. „Das passte und wir sind uns recht schnell einig geworden.“

Und auch der Chef ist voll des Lobes: „Das klappt sehr gut, weil der Herr Stey einfach ein sehr offener, herzlicher Mensch ist. Behindert oder nicht, das war uns egal“, sagt Weichardt. „Und ich glaube, seine Fähigkeiten bringen uns weiter.“

Weichardts Firma und seine Einstellung sind leider untypisch, wie die Statistik belegt. Im Rhein-Main-Gebiet ist nach einer Untersuchung der Arbeitsagentur jeder 28. Arbeitnehmer anerkannt schwerbehindert, trotzdem beschäftigt nur jeder siebte Betrieb überhaupt schwerbehinderte Menschen. Lieber bezahlen viele Unternehmen stattdessen eine Ausgleichsabgabe.

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