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Wolfgang Barth, künstlerischer Leiter der Bürgerhäuser Dreieich, verabschiedet sich in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist Maria Ochs.

Personalie

Eine Frau für die Kultur

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Maria Ochs ist die neue künstlerische Leiterin der Bürgerhäuser Dreieich. Sie tritt ab 1. Oktober die Nachfolge von Wolfgang Barth an, der in den Ruhestand geht.

Wolfgang Barth geht in den Ruhestand – und eine Frau kommt, um an seiner Stelle die Bürgerhäuser Dreieich zu leiten. Die 55-jährige Maria Ochs aus Pforzheim ist im Rhein-Main-Gebiet keine Unbekannte: Sie kam 1988 nach Frankfurt, leitete bis Ende 2015 das Kulturhaus Alte Mühle in Bad Vilbel, war in jener Stadt auch stellvertretende Kulturamtsleiterin. Vom 1. Oktober an wird sie nun im Dreieicher Kulturbetrieb in Barths Fußstapfen treten und künftig die zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen organisieren – von den Burgfestspielen Dreieichenhain über Musik, Kabarett und Literatur im Maislabyrinth bis hin zu den Dreieicher Musiktagen.

Bürgermeister Martin Burlon (parteilos) und Benjamin Halberstadt, der technische Leiter der Bürgerhäuser Dreieich, sehen Ochs als „Glücksfall“. Die gebürtige Badenerin kennt sich nämlich bestens im Rhein-Main-Gebiet aus. Sie wohnte 28 Jahre lang in Frankfurt, hat in der Mainmetropole Sozialarbeit studiert. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit lernte sie den bekannten Regisseur und Theaterpädagogen Willy Praml kennen, absolvierte bei ihm ihr Anerkennungsjahr in der Jugendbildungsstätte Dietzenbach. Danach durfte sie verschiedene Produktionen von Praml leiten – unter anderem Faust 1 & 2 in der Frankfurter Paulskirche. 1995 wechselte sie nach Bad Vilbel, entwickelte dort die Alte Mühle zu einer überregional beachteten Bühne.

Zum Jahresbeginn 2016 zog es sie in zurück ihre Heimat. In Pforzheim übernahm sie die Leitung der soziokulturellen Einrichtung Kulturhaus Osterfeld – ein Haus mit großem Programmspektrum, drei Bühnen und großem Seminarbereich. Ochs kooperierte dort mit rund 70 Partnern, organisierte Festivals und Open-Air-Veranstaltungen. Sie habe ihr berufliches Profil dort ergänzen und schärfen können, erklärt sie, bevor sie nun wieder ins Rhein-Main-Gebiet zurückkehrt, weil ihr Partner hier wohnt.

Halberstadt und Ochs kannten sich schon durch die Mitarbeit beim Internationalen Theaterfestival „Starke Stücke“, das an 30 Spielorten in Rhein-Main aufgeführt wird. „Veranstaltungsleiter sind auf dem Markt dünn gesät“, sagt er. Deshalb trafen der Magistrat und die Betriebskommission des Eigenbetriebs Bürgerhäuser bereits im Sommer 2018 die Entscheidung, Ochs einzustellen – auch wenn Barth erst im Herbst dieses Jahres verabschiedet wird.

Einfach wird es wohl nicht werden, einen Mann vom Format und Bekanntheitsgrad des 65-Jährigen zu ersetzen – schließlich hat er 20 Jahre lang in Dreieich erfolgreich Kulturarbeit geleistet. Doch Ochs muss nicht gleich Nägel mit Köpfen machen, denn im Veranstaltungsbereich plane man sehr lange voraus, so Halberstadt. „Die Burgfestspiele 2020 stehen schon“, erklärt er. Somit könne Ochs erst ab Herbst 2020 eigene Akzente setzen.

Musik, Kabarett, Varieté und der „Kinderbereich“ seien ihr schon vertraut, sagt Ochs, und wird für die Zukunft konkret: Das Programm für Jüngere solle ausgebaut werden, erklärt sie.

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