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„Die Höhle der Löwen“: Kombi-Deal für Start-up aus Dreieich geplatzt

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Von: Alexander Gottschalk

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Es hat nicht gepasst: „Die Höhle der Löwen“-Promis Carsten Maschmeyer und Georg Kofler investieren doch nicht in eine Dating-App aus Dreieich.

Frankfurt/Dreieich - Eine neue Woche, eine neue Folge „Die Höhle der Löwen“, eine neue Riege Start-ups – und wieder kommt kurz nach der Ausstrahlung auf Vox heraus, dass einer der im TV ausgehandelten Deals geplatzt ist. Wie das Team der Dating-App „chaanz“ und die Promi-Investoren Carsten Maschmeyer und Georg Kofler am Dienstag (03. Mai) berichteten, ist das zwischen ihnen angepeilte Geschäft nicht zustande gekommen.

Am Montagabend (02. Mai) waren die Gründer aus dem hessischen Dreieich (Kreis Offenbach) zur besten Sendezeit auf Vox zu sehen gewesen. Dort stellten sie ihre Businessidee vor: Über die App „chaanz“ sollen sich Singles per Standortbestimmung und Push-Benachrichtigung spontan zu Dates treffen können, ohne vorher über Chatprogramme schreiben zu müssen. So will sich Angebot von der massiven Konkurrenz abheben.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Maschmeyer geht auf Start-up aus Dreieich zu

Für den Durchbruch auf dem Dating-App-Markt suchte das Start-up aus Dreieich in der „Höhle der Löwen“ einen finanzstarken Partner. Für 125.000 Euro waren Marwin Grundel, Jakob Hubloher und Nino Reiter bereit, 30 Prozent der Anteile an ihrer Firma abzugeben. Ihr beherzter Auftritt in der Vox-Sendung schien die Show-Investoren aber zunächst kalt zulassen – bis Maschmeyer, der sich im Tech- und Digital-Geschäft zu Hause fühlt, die Initiative ergriff.

Erste die Zusage, dann die Absage nach der Show: Georg Kofler und Carsten Maschmeyer.
Erste die Zusage, dann die Absage nach der Show: Georg Kofler und Carsten Maschmeyer. © RTL/Bernd-Michael Maurer

Nach einigen Verhandlungen stand der Deal: Carsten Maschmeyer überzeugte seinen Mit-„Löwen“ Georg Kofler und beide sicherten dem „chaanz“-Team je 100.000 Euro für insgesamt 49 Prozent der Firmenanteile zu. „Wir nutzen die Chance“, frohlockte Maschmeyer. „Auf ins Abenteuer“, stimmte Kofler ein. Und die jungen Gründer aus dem Raum Offenbach jubelten. Sie hatten geglaubt, mit dem Pitch „zu früh“ dran zu sein – auch, weil ihre App damals noch gar nicht auf dem Markt war.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Doch kein Deal für junges Team aus Dreieich

Aufgezeichnet wurde die jüngste „Die Höhle der Löwen“-Folge allerdings im Frühjahr. Und seither hat sich einiges getan. Die Dating-App „chaanz“ ist inzwischen in den marktführenden Stores vorbestellbar. Die Unternehmer Maschmeyer und Kofler sind allerdings nicht mehr an Bord – beziehungsweise: Sie sind nie an Bord gekommen. Bereits in den Prüfungsprozessen nach der Show-Aufzeichnung sei man sich nicht über eine Strategie einig geworden, sagte Mitgründer Marwin Grundel der FAZ.

Geld gab‘s keines, dafür bekam und bekommen die Jungunternehmer aus Dreieich eigenen Angaben nach aber Ratschläge aus dem Team der sogenannten „Löwen“. Auch Maschmeyer und Kofler gaben auf Instagram an, den Firmengründern weiterhin zur Seite zu stehen. Zum geplatzten Deal hieß es dort: „Die Deals, die in der Höhle der Löwen zustande kommen, müssen wie jeder andere Deal außerhalb der Sendung intensiv geprüft werden.“ Das sei ein normaler Prozess und könne nicht während der Aufnahme geschehen.

„Die Höhle der Löwen“ (Vox): Dating-App-Gründer aus Dreieich suchen weiter Geldgeber

Bereits in der Sendung hatten die beiden Investoren mehrere Kritikpunkte angebracht: keine Frauen im Team, ein schwieriger Markt, hoher Marketingbedarf. Am Ende war das offenbar zu viel Risiko für Maschmeyer und Kofler. Bemerkenswert: Für ersteren ist es schon der dritte Deal aus dieser Staffel „Die Höhle der Löwen“, der sich im Nachhinein im Sande verläuft. Erst in der Vorwoche war bekannt geworden, dass auch die Buch-App „Read O“ aus Frankfurt ohne Maschmeyer-Geld auskommen muss.

Die Dating-App „chaanz“ soll jetzt laut FAZ im Juli erschienen. Die Gründer wollen sich die Finanzierung ihres Herzensprojekts per Crowdfunding sichern. Dafür arbeiten sich auch mit dem Frankfurter Fintech-Unternehmen „portagon“ zusammen, wie dieses am Dienstag (03. Mai) mitteilte. „Gute Geschäftsideen dürfen nicht an der Finanzierung scheitern“, ließ Geschäftsführer Johannes Laub wissen. „Chaanz“-Mitgründer Marwin Grundel gehört zu seinen Mitarbeitern. (ag)

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