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Mit Atemschutzausrüstung geht es zu der Übung.

Dreieich

Übung der Feuerwehr Dreieichenhain: Obdachlosenunterkunft brennt

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Die Feuerwehr Dreieichenhain  übt die Brandbekämpfung in der ehemaligen Obdachlosenunterkunft.

Wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden, kommt es für die Feuerwehrleute nicht nur auf jede Minute an, auch alle Handgriffe müssen sitzen. Regelmäßige Übungen sind da Pflicht, besonders für die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren. Und erst recht in einem Ort wie Dreieichenhain mit seinen historischen Fachwerkhäusern und engen Gassen. Da traf es sich gut, dass die Stadt Dreieich die alten Obdachlosenunterkünfte in der Hainer Chaussee abreißen lässt und der Freiwilligen Feuerwehr die Möglichkeit bot, am Freitag mit echtem Feuer in den Abbruchhäusern zu üben.

Da gleich zu Beginn der Abbrucharbeiten Anfang vergangener Woche aber der Verdacht aufkam, dass der L-förmige, ältere Gebäudekomplex mit Asbest belastet ist, durfte lediglich in dem später errichteten, einzelnen Gebäudeteil D und E geübt werden.

Mit bengalischem Feuer, Rauchtabletten und Brandgel sorgt Übungsorganisator Thomas Keim für ein realistisch anmutendes Feuer, das bedrohlich in einem der Zimmer lodert. „Wenn wir schon in einem Abbruchhaus üben können, dann ist es auch kein Problem, ein realistisches Szenario anzulegen“, sagt Manfred Locher, Zugführer der Dreieichenhainer Wehr.

Dreieichenhain  ist eine der fünf Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Dreieich. Gegründet wurde sie im Jahr 1904.

Der Einsatzabteilung gehören 38 Ehrenamtliche an, in der Jugendfeuerwehr sind zwölf Jugendliche aktiv.

Ehrenamtliche , die sich in der Einsatzabteilung engagieren möchten, sollten zwischen 17 und 55 Jahren alt sein und über keine schweren körperlichen Beeinträchtigungen verfügen.

Ab 16. August startet wieder die Jugendfeuerweh

r mit ihrem Programm, für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren. 

Während der Rauchmelder in der Brandwohnung unaufhörlich piept, trifft 19.41 der erste Löschzug ein, eine Minute später hält der zweite. Dann geht es rasch: Vier Feuerwehrleute ziehen Atemschutzausrüstung an, die übrigen schleppen die Ausrüstung an den Einsatzort. Unter ihnen auch Sina und Sara, Schülerinnen der Weibelfeldschule. Für beide ist es die erste Feuerwehrübung. „In unserer Schule gibt es eine AG, die mit den Feuerwehren hier zusammenarbeitet“, sagt Sina. Die 16-Jährige fand Gefallen an der Arbeit und hat sich mit der 17-jährigen Sara zusammen bei der Freiwilligen Feuerwehr gemeldet. Nun sind beide für das Zusammenstecken der Schläuche zuständig.

Währenddessen startet der erste Trupp die Suche nach Personen in der Brandwohnung. Mit einem Bohrer soll der Türzylinder aufgebohrt werden, doch da die Schraube beim Bohren abbricht, muss ein hydraulischer Türöffner genutzt werden. „Wir haben zwar immer ein Beil dabei, aber das kommt selten zum Einsatz - die Leute wären ja nicht begeistert, wenn wir ihre Türen zertrümmern“, sagt Locher. Eine 50 Kilo schwere Übungspuppe wird gefunden und herausgetragen, dann beginnen die Löscharbeiten. Mit Druckluft wird schließlich noch der Rauch aus dem Gebäude gepresst.

„So eine Übung ist notwendig, gerade da wir viele junge Kollegen haben“, sagt der stellvertretende Wehrführer Dominik Matheis. So könne Türöffnung, Vermisstensuche und Brandbekämpfung realistisch geprobt werden. Sina und Sara haben sich gut geschlagen, Matheis hofft, dass sich beide weiter engagieren. „Wir brauchen sowohl in der Jugend- wie in der Einsatzabteilung weitere Helfer“, sagt er. Besonders für Einsätze tagsüber sei es schwer, Freiwillige zu finden. „Quereinsteiger sind willkommen, ohne die geht es nicht“, sagt Matheis. Zimmerbrände und Verkehrsunfälle gehörten zu den häufigsten Einsätzen der Feuerwehrleute. „Fehlalarme zehren halt an den nerven- aber jeder Alarm kann auch ein richtiger Notfall sein“, sagt er.

Den beiden Schülerinnen hat die Übung gefallen. „Es ist eine spannende Arbeit und wir können mithelfen und uns für andere einbringen“, sagt Sara. Sie wollen nun regelmäßig die Kurse der Freiwilligen Feuerwehr besuchen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.feuerwehr-dreieichenhain.de.

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