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Die Strothoff International School in Dreieich. (Archivbild)

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Kreis Offenbach und Privatschule schließen Vergleich

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Der Kreis Offenbach und die Strothoff International School haben einen Vergleich zu den Mehrkosten geschlossen. Der Schulgründer zahlt dem Kreis 25 Jahre mehr Miete.

Ein Streit, der fast zehn Jahre lang gedauert hat, ist nun beendet: Der Kreis Offenbach und der Dreieicher Unternehmer Hans Strothoff haben sich im Schiedsgerichtsverfahren zu Mehrkosten für Sonderausstattungen der Strothoff International School geeinigt. Es ging um 3,07 Millionen Euro, die beim Bau der Schule in Dreieich entstanden sind.

Das Schulgebäude auf dem Campus des Haus des Lebenslangen Lernens (HLL) war nach Wunsch von Schulgründer Strothoff höherwertiger ausgestattet worden – etwa mit einer dunklen Granitsteinfassade oder mit Glaswänden im Inneren des Gebäudes. Er ging davon aus, dass diese Bauausführung zur Grundausstattung der englischsprachigen Privatschule gehört, die Untermieterin des Kreises ist. Der Kreis war der Meinung, dass die Mehrkosten auf die Miete umgelegt werden sollten. Am 20. November 2011 wurde das außergerichtliche Schiedsgerichtsverfahren beantragt.

Ende Mai 2014 lehnte der Kreistag einen Vergleichsvorschlag des Schiedsgerichts ab und machte von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch. Damals hätte Schulgründer Strothoff dem Kreis Offenbach 617 000 Euro für die Sonderausstattung zahlen müssen. Im vergangenen Jahr sollte dann ein Gutachten feststellen, was von den gut drei Millionen Euro Standard ist und was Mehrkosten sind.

Der nun geschlossene Vergleich sieht vor, dass die entstandenen Mehrkosten auf die Mietdauer von 25 Jahren umgelegt werden. Für Hans Strothoff heißt das: Er muss dem Kreis für seine Schule auf 25 Jahre monatlich 1,36 Euro pro Quadratmeter mehr an Miete zahlen. In einer Kreistags-Vorlage aus dem Jahr 2011 ist von einer Fläche von fast 5500 Quadratmetern die Rede. Somit ergeben sich rund 2,25 Millionen Euro, die Strothoff für die Sonderausstattung der Schule über die Miete an den Kreis „abstottern“ muss.

Die Kosten für das Schiedsverfahren und die Rechtsberatung trägt jede Partei selbst. „Für uns 100 000 Euro“, sagt Kreis-Pressesprecherin Ursula Luh. „Wir warten aber noch auf Rechnungen.“

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