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Dietzenbach: Praxen sind überlastet

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Auch das Impfen gegen Corona gehört inzwischen zu den Aufgaben der Praxen.
Auch das Impfen gegen Corona gehört inzwischen zu den Aufgaben der Praxen. © Michael Schick

In Dietzenbach sind drei Hausarzt-Sitze unbesetzt. Laut Stadt können die übrigen Praxen den Ansturm kaum bewältigen.

In Dietzenbach ist es schwieriger geworden, einen Hausarzt oder eine Hausärztin zu finden. Wie die Stadt mitteilt, sind zwei Praxen in der Kreisstadt bereits länger geschlossen und unbesetzt. Dazu kam der plötzliche Tod einer Hausärztin; etwa 800 Patientinnen und Patienten hätten sich deshalb im Sommer eine neue Praxis suchen müssen. Die ansässigen Praxen könnten den Ansturm kaum bewältigen, so die Stadt. Die Vertretungsregelung führe zu Überstunden und einer „erheblichen Belastung“ der ansässigen Praxen. Auf Dauer gehe der Zustand zulasten der Qualität der Versorgung und der Gesundheit des medizinischen Personals.

Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) habe sich deshalb Mitte Juli diesen Jahres an die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) gewandt, die Medizinern die Zulassung erteilt, Leistungen bei den gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen und damit de facto über die Anzahl an Arztpraxen in einem Gebiet entscheidet.

Rogg forderte in dem Schreiben, eine Wiederbesetzung der Praxis beziehungsweise die Eröffnung von neuen allgemeinmedizinischen Praxen in Dietzenbach „dringend zu prüfen“.

Infolge dessen habe es mehrere Gespräche mit der KVH gegeben. Mit einer hoffnungsvollen Nachricht – laut Stadt gibt es eine potentielle Interessentin, die eine der Praxen übernehmen möchte. „Die Lage ist ernst und die Möglichkeiten als Stadt sind leider sehr beschränkt“, sagt Rogg. Der Konkurrenzkampf der Regionen um Fachkräfte nehme zu.

„Insgesamt gibt es 16 Praxen in der Stadt, wenn da drei Sitze unbesetzt sind, verteilen sich etwa 3000 Patientinnen und Patienten auf die übrig gebliebenen Praxen“, sagt Reinhold Jerwan, der Facharzt für Allgemeinmedizin und Obmann der Dietzenbacher Ärzteschaft ist. Eigentlich brauche es aber etwa fünf weitere Ärztinnen oder Ärzte in der Stadt, um wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen. jon

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