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Noch ist das Bürgerbüro im Dietzenbacher Rathaus unterbesetzt.

Bürgerservice Dietzenbach

Dietzenbacher Bürgerservice lässt Bürger wochenlang warten - Abhilfe naht

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Dietzenbacher, die einen Ausweis brauchen, müssen derzeit mit mindestens vier Wochen Wartezeit im Bürgerbüro rechnen. Doch Abhilfe naht.

Es liegt einiges im Argen beim Bürgerservice in Dietzenbach. Eigentlich sollte so ein Bürgerbüro ja kundenorientierte erweiterte Öffnungszeiten und kurze Wartezeiten bieten. Doch das Amt im Eingangsbereich des Dietzenbacher Rathaus kann das nicht leisten. Schnell geht hier nur wenig, die Öffnungszeiten sind wenig arbeitnehmerfreundlich. Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) gelobt jedoch Besserung: „Unser Ziel sind zwei Wochen, bis man einen Termin bekommt.“ Momentan wartet der Bürger mindestens vier Wochen.

Schon öfter haben sich Dietzenbacher in den sozialen Medien über den Bürgerservice beschwert. Erst in der vergangenen Woche ärgerte sich eine Bürgerin: „Bürgerservice telefonisch nicht erreichbar, Mail wird innerhalb von drei Tagen nicht beantwortet, nach Versenden an zweite Mailadresse Termin für Anfang Juni.“ Und eine andere berichtete im gleichen Beitrag, dass als nächster freier Termin für einen neuen Reisepass der 27. Juni genannt wurde. Eine sehr nette Dame bei der Stadt habe ihr am Telefon erklärt, dass die Termine bis etwa Ende Juni wohl alle ausgebucht sind. „Mit Service hat das nichts mehr zu tun“, schimpfte sie.

Auf FR-Anfrage nennt Bürgermeister Rogg mehrere Gründe für die problematische Situation. Dietzenbach sei in den vergangenen acht Jahren um 3500 Einwohner gewachsen, was auch mehr Behördengänge bedeute. Gleichzeitig sei die Stadt im Jahr 2013 unter den kommunalen Rettungsschirm geschlüpft und musste im Rathaus 30 Stellen abbauen. Das betraf auch das Personal im Bürgerservice.

Inklusive Telefonzentrale arbeiten dort aktuell neun Kräfte in Voll- und Teilzeit. „Wenn man die Nettoarbeitsstunden hochrechnet, reicht das nicht“, sagt Rogg. Zu allem Überfluss sei das Team auch noch für die Vorbereitung von Wahlen verantwortlich. Im vergangenen Jahr seien dann Krankheitsfälle und Personalwechsel dazugekommen, erläutert der Bürgermeister. Und im Bürgeramt arbeiteten die Bediensteten mit Spezialprogrammen, auf die sie wochenlang geschult werden müssten. Deshalb sei auch eine schnelle Versetzung aus einer anderen Abteilung nicht möglich.

„Früher hatten wir offene Sprechstunden mit fünf bis sechs Stunden Wartezeit“, sagt das Stadtoberhaupt. „Es gab nicht mehr genügend Sitzmöglichkeiten, die Leute saßen draußen vor dem Rathaus auf der Treppe, bis sie drankamen.“

Vor einem Jahr zog die Stadt die Notbremse, die offenen Sprechstunden wurden abgesetzt, die Bürger müssen seitdem einen Termin vereinbaren. Im Herbst wurde dann ein sogenannter Schnellschalter eingerichtet – für kleinere Anliegen wie Meldebescheinigung, Anwohnerparkausweis oder Führungszeugnis.

Ab 1. Juni soll es einen zweiten Schnellschalter geben. Außerdem wolle die Stadt im zweiten Halbjahr noch eine befristete Stelle ausschreiben, sagt Rogg. Bis die gewünschten zwei Wochen Wartezeit erreicht sind, werde es aber wohl Herbst werden.

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