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Dachser ist unter anderem auch in Offenbach ansässig.
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Dachser ist unter anderem auch in Offenbach ansässig.

Gewerbe Dietzenbach

Dachser kommt nicht

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Bis zu 650 Arbeitsplätze und entsprechende Gewerbesteuer - die Ansiedlung des Logistikunternehmens Dachser in Dietzenbach wäre "richtig schön" gewesen, wie der Wirtschaftsförderer Michael Krtsch sagt. Aufgrund der Bauauflagen wird daraus nun nichts. Die Stadt hofft aber, das vorgesehene Grundstück einem anderen Unternehmen verkaufen zu können.

Die Pläne für den Bau eines großen Logistikzentrums in Dietzenbach, in dem von 2016 an zunächst 400, später sogar 650 Menschen arbeiten sollten, sind geplatzt. Auch die Hoffnung auf beträchtliche Gewerbesteuerzahlungen hat sich damit zerschlagen. Der weltweit tätige Logistikkonzern Dachser, dessen Ansiedlungspläne das Stadtparlament im Dezember mit großer Mehrheit begrüßt hatte, will nun doch nicht in Dietzenbach investieren. Das hat die Kreisstadt gestern mitgeteilt.

„Nach intensiven und sehr konstruktiven Verhandlungen wurde festgestellt, dass die Forderungen und Interessen des Unternehmens Dachser am geplanten Standort in der Waldstraße nicht umsetzbar sind“, heißt es in einer Stellungnahme der Wirtschaftsförderung. Eine Konzernsprecherin bestätigte gestern der Frankfurter Rundschau, dass Dachser „zum jetzigen Zeitpunkt keine Verhandlungen fortführt“. Zu den Gründen äußerte sie sich nicht.

Kontroverse Diskussionen

Eine Rolle spielte offenbar das aufwändige Verfahren, das für die Errichtung des Logistikzentrums an dieser Stelle nötig gewesen wäre. „Ein Bauleitplanverfahren, welches zur Ansiedlung erforderlich ist, birgt naturgemäß Risiken, wie zum Beispiel die Auflagen für den Schallschutz, den Naturschutz und auch die verkehrliche Abwicklung“, teilte Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) mit. Leider sei die Stadt nicht in der Lage, Dachser ein „Rund-um-sorglos-Paket“ anzubieten. „Insofern habe ich für die Entscheidung der Unternehmensleitung vollstes Verständnis.“

Rogg sieht den Abbruch der Verhandlungen nach eigenen Angaben mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Natürlich tut es uns weh, dass wir die avisierten Arbeitsplätze, den Grundstücksverkauf und die zu erwartende Gewerbesteuer doch nicht realisieren können, auf der anderen Seite stehen natürlich unter anderem die hohen Verkehrsbewegungen, die immer wieder auch zu kontroversen Diskussionen führen.“ Die Ansiedlung Dachsers hätte nach städtischen Angaben zu knapp 1900 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen am Tag geführt, darunter allein 1225 Lastwagen- und Busfahrten. Um diese Menge zusätzlichen Verkehrs aufnehmen zu können, sollte das Straßennetz für 2,5 Millionen Euro ausgebaut werden.

Stadt auf Wachstumskurs

Die Grüne Dietzenbacher Liste hatte sich im Stadtparlament wegen dieser großen Belastungen gegen die Ansiedlung gewandt. Ihre Fraktionschefin Andrea Wacker-Hempel erinnerte im Dezember zudem an den Grundsatzbeschluss, auf dem vorgesehenen Gelände keine Logistikunternehmen mehr zu erlauben. Die Befürworter hatten vor allem mit der großen Zahl entstehender Arbeitsplätze argumentiert.

Wirtschaftsförderer Michael Krtsch macht im Gespräch mit der FR keinen Hehl daraus, dass die Ansiedlung von Dachser „richtig schön“ für die Stadt gewesen wäre. Sie hätte in der Tat blendend illustriert, dass sich die finanziell notleidende Stadt wirtschaftlich auf einem Wachstumskurs befindet. Seit Jahren steigt die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt. Mehrere größere Unternehmen sind in den vergangenen Jahren. zugezogen.

Der „Boom der Nachfrage“, den die Stadt derzeit laut Krtsch erlebt, lässt ihn aber auch hoffen, dass die Stadt das von Dachser favorisierte Grundstück nun einem anderen Unternehmen verkaufen kann –und das schon in diesem Jahr. Eine Teilfläche habe zudem bereits das Unternehmen Derusit erworben. Dort werde gerade eine etwa 1000 Quadratmeter große Halle gebaut.

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