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Georg Kracht (CDU) war von 2001 an neun Jahre lang Stadtverordnetenvorsteher von Dreieich.

Dreieich

Techniker und Tänzer

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Georg Kracht, der frühere Stadtverordnetenvorsteher, wird heute 80 Jahre alt.

Politiker ist Georg Kracht erst spät geworden – und machte dann doch noch ziemlich schnell Karriere: Erst 1996 trat der genau heute vor 80 Jahren in Hamburg geborene Dreieicher in die CDU ein, bereits ein Jahr später wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, in der er bis heute sitzt.

Von 2001 bis 2011 war er sogar Stadtverordnetenvorsteher. Er sei schon sehr stolz darauf, dass er dieses Amt habe ausüben dürfen. „Und es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagt das Geburtstagskind. „Mir tut es richtig leid, dass ich nicht schon zehn, zwanzig Jahre früher in die Politik eingestiegen bin“, sagt Kracht heute. „Interessiert hat mich das nämlich schon sehr lange.“

Bekannter ist Kracht im Landkreis und darüber hinaus wahrscheinlich aber wegen seiner zweiten Leidenschaft neben der Politik: dem Tanz – und dafür wird er heute auch groß gefeiert: Der Grün-Gold-Tanzsport-Club Dreieich richtet seinem langjährigen Vorsitzenden ein Fest aus, als Dankeschön für sein jahrzehntelanges Engagement. Von 1981 bis 1992 war Kracht auch Vorstandsmitglied des Hessischen Tanzsportverbandes, von 1977 bis 1985 auch aktiver Turniertänzer. „Ich habe eigentlich nie ein Training versäumt“, erzählt er, „und ich glaube, ich bin jeden Tag zum Tanzen gegangen.“

Ein Paar, ein Team

Immer an seiner Seite: Ehefrau Inge, mit der er seit 1957 verheiratet ist. „Wir hatten immer genau die gleichen Interessen“, meint sie lächelnd, „und wir haben immer alles zusammen gemacht.“ „Wenn meine Frau das nicht alles mitgemacht hätte! Wir haben uns auch nie im Turnier gezankt, sondern immer nur beim Training! Da flogen immer die Fetzen“, erzählt er. „Ach komm’, so schlimm war das gar nicht“, sagt sie dazu mit einem liebevollen Lächeln.

Auf Krachts Initiative geht unter anderem die Ausrichtung des Traditionsturniers Dreieich-Pokal zurück. Jazz- und Modern-Dance hat er als einer der ersten in Hessen populär gemacht und hunderte Male als Turnierleiter gearbeitet – immer ehrenamtlich, versteht sich. Unter anderem der Ehrenbrief des Landes Hessen und das Bundesverdienstkreuz 2010 waren dafür ein kleines Dankeschön.

Nach Hessen kam die Familie übrigens wegen des Frankfurter Flughafens. 1969 bewarb sich der gelernte Rundfunkmechaniker Kracht nach Jahren als Zeitsoldat bei der Bodenelektronik der Luftwaffe bei der Lufthansa, wo er bis 1992 als Techniker die Flugsimulatoren des Unternehmens wartete und betreute.

Heimweh nach Hamburg haben die Krachts, die seit 1969 in Sprendlingen leben, aber immer noch ein bisschen: „Das Wasser, den Hafen, die Großstadt“ vermisse er schon sehr. An der Rückkehr in den Hohen Norden hinderten sie aber die beiden Töchter, für die das Rhein-Main-Gebiet ihr Zuhause ist. „Und wir fühlen uns hier ja auch sehr wohl“, sagt Kracht.

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