Rödermark

Streit über Gewerbegebiet

  • schließen

Es gibt Streit um die Ausweisung des Gewerbegebiets westlich der Marienstraße: Bürgermeister Kern (AL) kritisiert das Vorgehen des Planungsverbandes und des Ersten Stadtrats Sturm (CDU). Von Christoph Manus

Im Streit um die Ausweisung eines Gewerbegebiets im Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplans hat Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) dem Planungsverband jetzt mitgeteilt, dass diese Änderung keineswegs durch die Stadt angeregt worden sei.

In einem Gespräch mit dem Beigeordneten Heiko Kasseckert habe er als Bürgermeister und Planungsdezernent vielmehr darauf hingewiesen, dass eine "dahin gehende Meinungsbildung in den städtischen Gremien nicht stattgefunden hat". Deshalb könne der Vorschlag, der zehn Hektar Gewerbegebiet westlich der Marienstraße vorsieht, nicht in den Entwurf aufgenommen werden.

Erster Stadtrat Alexander Sturm (CDU), der die Änderung vornehmen ließ, habe nun im Bauausschuss erklärt, dass er die Anregung "als ehrenamtliches Mitglied der Verbandskammer und Privatperson" gegeben habe.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der AL nahm Kern dieses Vorgehen auch zum Anlass für Kritik am Planungsverband. Es sei "absolut ungewöhnlich", dass auf Zuruf einer Person eine derart gravierende Änderung vorgenommen werde. Kern lehnt ein neues Gewerbegebiet an dieser Stelle ab.

Kern warf Sturm zudem vor, dieser habe behauptet, er als Bürgermeister habe eigenmächtig das Gewerbegebiet Hainchesbuckel nördlich von Urberach im Entwurf verkleinern lassen. Das sei "ein starkes Stück" und "nicht gerade vertrauensfördend".

Die Änderung sei bereits am 21. Januar 1995 rechtswirksam geworden. Das hat Kern auch dem Planungsverband mitgeteilt. Sturm sagte gestern auf Anfrage, er habe dem Bürgermeister nicht vorgeworfen, eigenmächtig gehandelt zu haben. Kern und er hätten jedoch getrennt Gespräche mit dem Planungsverband geführt - und beide hätten zu Änderungen im Plan geführt. Auf Kerns Einwand, der Plan sei schon 1995 geändert worden, ging Sturm nicht ein. Auch er sieht eine "Störung des Vertrauensverhältnisses" zwischen ihm und dem Bürgermeister.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare