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Auf diesem Grundstück soll gebaut werden.

Rodgau

Protest gegen Verkauf von Spielplätzen

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Nieder-Röder Bürger legen Einspruch gegen den den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan ein: Die Stadt plant drei als Spielplätze ausgewiesene Grundstücke zu verkaufen. Stadt hofft dagegen auf 635.000 Euro Erlös.

Anwohner des Wohngebiets Am Forschheimer See in Nieder-Roden wehren sich gegen den von der Stadt geplanten Verkauf von drei als Spielplätzen ausgewiesenen Grundstücken an der Tannenstraße sowie der Straße Am Schulwäldchen. Dazu haben sie bereits etwa 260 Unterschriften gesammelt und ihrem Ärger im Ortsbeirat des größten Rodgauer Stadtteils Luft gemacht. Mehrere Bürger haben inzwischen beim Regierungspräsidium Darmstadt Einspruch gegen den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan eingelegt.

„Das planerische Grundkonzept des gültigen Bebauungsplanes hatte eine besondere, ausgewogene Verteilung von Grün- und Freiflächen sowie von Baukörpern zum Ziel. Diese wertvolle städtebauliche Situation darf nicht durch einfaches Zubauen zerstört und damit die ausgewogene Verteilung von Grün- und Freiflächen aufgehoben werden“, argumentieren etwa Ursula und Wilhelm Rehkopp, die seit 33 Jahren an der Tannenstraße leben. Nach ihrer Vorstellung sollten die Grundstücke, von denen nur eines als Spielplatz erkennbar ist, in städtischer Hand bleiben, zumal auch wieder Familien ins Gebiet zögen. Wenn die Grundstücke bebaut würden, bliebe zudem kein Durchgang mehr in Richtung des Stadtteilzentrums. Schulkinder müssten Umwege laufen, sagt Wilhelm Rehkopp. Er kritisiert auch, dass die drei zu bebauenden Flächen nicht als reines, sondern als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden sollen. Denn dann könne dort im Extremfall sogar eine Pommesbude hinkommen.

Auch die CDU versucht, die Pläne noch zu stoppen. Der frühere Nieder-Röder Ortsvorsteher Steffen Hartmann könnte nach eigenen Angaben allerdings damit leben, dass die Stadt zwei der drei Grundstücke verkauft, solange die Wegeverbindungen bestehen bleiben. Das Grundstück Tannenstraße 35, auf dem ein Sandkasten steht, dürfe aber nicht verkauft werden. Als Grund führt die CDU unter anderem an, dass dort ein 40 Jahre alter Zuckerahorn steht, den auch die Untere Naturschutzbehörde als schützenswerten Solitär beurteile und deshalb empfehle, ihn nicht zu fällen. Die CDU appelliert, das Verfahren ruhen zu lassen, um zunächst ohne Druck mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen.

Die Stadt hält an ihren Plänen fest. „Wir wollen die Grundstücke verkaufen“, sagte Pressesprecherin Sabine Fischer gestern. Es gebe keinen Grund, das Verfahren zu stoppen. Anregungen und Stellungnahmen der Bürger würden aber geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet. Entgegen früheren Plänen sollen die Wegeverbindungen, die über die Grundstücke Tannenstraße 11 und Am Schulwäldchen 7 führen, nach Auskunft der Stadt aber erhalten bleiben. Das kostet sie 47000 Euro an möglichem Verkaufserlös, weil dadurch 120 Quadratmeter an Grundstücksflächen wegfallen.

Die Stadt hofft, die dann zusammen noch 1628 Quadratmeter großen Grundstücke für 635000 Euro zu verkaufen. Das wären 390 Euro pro Quadratmeter. Reine Wohngebiete weise die Stadt prinzipiell nicht mehr aus, sagte Fischer gestern.

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