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Die neugestaltete Ortsmitte von Ober-Roden ist verkehrsberuhigt, Tempo 20 hier eigentlich Pflicht.

Neue Ortsmitte von Ober-Roden

Noch etwas gestückelt

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Mit ihrer neuen Ortsmitte sind viele Ober-Röder nicht ganz glücklich. "Kein Mensch fährt hier Tempo 20", kritisiert eine Anwohnerin. Bürgermeister Kern warnt hingegen vor "voreiliger Miesmache". Der Platz sei schließlich noch nicht fertig.

Noch ist der Ober-Röder Marktplatz ziemlich leer: Der Brunnen, eine Bank davor, das war´s. Mehr als vier Monate ist der Ortskern von Ober-Roden neu gestaltet worden. Autofahrer mussten den Bereich umfahren. Erst seit Montag vor zehn Tagen rollt wieder Verkehr. Nun gilt Tempo 20 – die Ortsdurchfahrt ist ein „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ geworden.

„Das muss aber auch kontrolliert werden“, fordert Andreas Wiegant aus Messenhausen, der mit einem Freund auf der Bank in der Sonne sitzt. „Nachts rasen die Leute mit 50 bis 60 durch“ – trotz Pflaster, engerer Fahrbahn, Tempo-Schild. „Die sind zu klein“, meint der 33-Jährige. Auch ein paar Bänke fehlen noch, meint er. Alles in allem sei die neue Mitte aber eine Bereicherung für die Stadt. „Es ist schöner geworden.“

Das Pflaster, das nun zwischen Marktplatz und Glockengasse den Asphalt ersetzt, gefällt Petra Baumgart, die auf dem Fahrrad entlangkommt. „Das hat was Nostalgisches“, findet die Ober-Röderin. Noch wirke die neue Ortsmitte aber etwas gestückelt. „Es fehlt noch was“, sagt sie. „Blumen, Pflanzen, Bänke.“

„Es sieht sauberer und ordentlicher aus“, sagt Julian Janke, der mit seinem Auto auf einem der neuen Parkplätze steht. Trotzdem hält er die Neugestaltung für überflüssig. Die Straße sei doch noch in Ordnung gewesen, meint er.

Gefährlicher findet dagegen eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung sehen will, die neue Verkehrslösung, die auf die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer setzt. Sie stört etwa, dass die Fußgängerampel abgebaut wurde. „Kein Mensch fährt 20“, kritisiert sie.

Auch die CDU sieht noch „Handlungsbedarf“. „Der Marktplatz wird leer. Er wird obendrein zurzeit auch als Parkplatz missbraucht“, kritisiert Fraktionschef Michael Gensert. Das wilde Parken müsse sofort beendet werden, fordert er. Bürgermeister Roland Kern (Andere Liste) müsse konkrete Vorschläge machen, wie die Geschwindigkeitsbegrenzung umgesetzt werden kann.

„Die meisten Autofahrer halten sich an die neuen Regeln“, hat dagegen Kern beobachtet. „Es ist ruhiger geworden, die Leute sind achtsamer.“ Das Pflaster wirke beruhigend. Es werde Geschwindigkeitskontrollen geben, ab wann, stehe noch nicht fest.

Die CDU-Kritik hält Kern für „voreilige Miesmache“. Schließlich wisse die CDU, dass der Platz noch nicht fertig sei. Wegen der Hitze würden die neuen Bäume erst im September gepflanzt – Rotahorn an der Straße, Linden auf dem Platz. Bänke sollen hinzukommen. Dass Autos auf dem Platz parken, sei dann nicht mehr möglich. Von Pollern hält er nichts.

Kunst für den Marktplatz

Der Rödermarkant, eine vom Verein Kunst in Rödermark gestaltete Litfasssäule, soll von kommender Woche an vor dem Geschäft Optik Cremer auf dem Marktplatz stehen, berichtete Kern gestern der Frankfurter Rundschau. Ein Gastronom habe zudem weiterhin Interesse am Platz ein Café zu eröffnen und Tische und Stühle rauszustellen.

Ein roter Eiswagen des Salons La Gondola im Wohngebiet Breidert, der auch Coffee to go bietet, ist seit Mittwoch bereits da. „Noch gucken viele nur“, sagt Eisverkäuferin Maria Perriello. Sie wolle gern auch Tische aufstellen. „Nur zu“, meint Kern.

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