Neu-Isenburg

Musik und Show zugunsten Bedürftiger

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Das Interton Trio gibt in Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) ein Benefizkonzert für die "Speisekammer St. Josef", die Bedürftige versorgt. 38 000 Euro hat die Band schon für die Einrichtung zusammenbekommen.

Es gibt Trümmerfrauen, die ihr Leben lang geschuftet und Backsteine in Frankfurt geklopft haben und heute in die Neu-Isenburger ‚Speisekammer‘ gehen müssen.“ Karl-Heinz Müller, der Zitatgeber dieser Zeilen, hat am Sonntag, 11. März, genau diese Frauen und noch weitere Hilfsbedürftige im Blick. Zusammen mit seinen zwei Bandkollegen vom Interton Trio lädt er zu einem Benefizkonzert zugunsten der „Speisekammer St. Josef“. Die Einrichtung gibt seit zwölf Jahren Lebensmittel an Hilfsbedürftige aus – ähnlich den „Tafeln“ in anderen Städten.

Zum fünften Mal organisieren die drei Musiker das Benefizkonzert, das sie als „musikalische Zeitreise durch die Wirtschaftswunderjahre mit unvergesslichen Melodien und Schlagern“ bezeichnen. Das Interton Trio tritt dabei mit weiteren Gastkünstlern und Tanzgruppen auf. Die Hugenottenhalle wird mit Oldtimer-Autos bestückt, die Damen der Speisekammer treten in der Kleidung der Wirtschaftswunderfrauen auf.

38 000 Euro hat die Band, die schon seit 1965 ohne Veränderung zusammen musiziert, durch diese Konzerte bisher für die Speisekammer erwirtschaftet. „Es wäre schön, wenn wir mit der diesjährigen Veranstaltung an die 50 000 Euro herankommen könnten“, sagt Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU), der als Schirmherr fungiert.

Bandgründer und -leader Helmut Sauer lässt im Vorfeld 37 000 Flyer in der Stadt verteilen. Ihm geht es dabei nicht nur ums Geldsammeln, sondern auch um Werbung für die Speisekammer. „Wir hoffen, dass so noch ein paar Ehrenamtliche zu der Institution finden“, sagt er.

Mit dem Geld kann Maria Sator-Marx, seit November 2016 Leiterin der Speisekammer, das Kühlfahrzeug unterhalten und weitere Dinge des täglichen Bedarfs für die Bedürftigen kaufen, wie etwa Zahnpasta und Duschgel. Aber auch von Nudeln, Reis, Zucker, Mehl, Konserven und Fisch ist immer zu wenig da.

Bis zu 16 Körbe werden für ältere Mitbürger gepackt, die nicht mehr mobil sind. Mitarbeiter der Stadt holen die Körbe ab und liefern sie nach Hause. „Das läuft über die städtische Altenförderung“, so Sator-Marx. Altes Brot und Brötchen bekommt der Kinderzirkus Wannabe für seine Pferde, Schafe und Ziegen.

Fast 50 Helfer versorgen rund 150 Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln. „Damit sind wir stark ausgelastet“, sagt sie. Mit der freitäglichen Warenverteilung in den Kellerräumen des Gemeindezentrums St. Josef ist es nämlich nicht getan. Schon am Donnerstagnachmittag müssen die übrig gebliebenen Lebensmittel wie Brot, Obst oder Gemüse kistenweise in den Geschäften abgeholt werden. Ein paar starke Arme seien schon noch nötig, erklärt die ehemalige Schulleiterin, die die Einsätze der Ehrenamtlichen koordiniert. Schließlich sei das Heben der Kisten „eine sportliche Übung“, und einige Helfer seien schon sehr betagt.

„Die große Mehrheit unserer Kunden sind Familien“, so Sator-Marx. Jeden Freitag um 8.30 Uhr öffnet die Anmeldung. Wer nachweisen kann, dass er bedürftig ist, bezahlt einen symbolischen Preis von einem Euro pro Person, zieht eine Losnummer, trinkt gratis seinen Kaffee, isst ein kostenloses Kaffeestückchen und wartet so, bis um 10 Uhr die Ausgabe öffnet.

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