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Seit 25 Jahren produziert das Rodgauer Unternehmen Serien Lighting in Weiskirchen Designerlampen.

Designlampen aus Weiskirchen

Leuchtende Vorbilder

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Seit 25 Jahren entwerfen Jean-Marc da Costa und Manfred Wolf unter dem Namen Serien Lighting Designlampen im Rodgauer Stadtteil Weiskirchen. Manche ihrer Entwürfe stehen inzwischen sogar schon im Museum.

Der erste Eindruck ist abweisend. Ein eher hässliches altes Fabrikgebäude an einer Weiskircher Nebenstraße, Eingang über den Hof. Drinnen wird es schick. Viel Glas, designte Türgriffe und natürlich Lampen in allen Formen. Manche davon stehen schon im Museum, sind mit Designpreisen ausgezeichnet worden.

Seit 25 Jahren entwerfen Jean-Marc da Costa und Manfred Wolf unter dem Namen Serien Lighting dort exklusive Leuchten – Steh-, Tisch- oder Deckenlampen. Manches ist verspielt, wie ein „Poppy“ genannter Lüster. Dessen Lampen sind von einem blütenartigen Schirm verborgen, der sich, bei Wärme öffnet. Anderes ist schlicht, wie die Stehleuchte Basis, die derzeit etwa bei der Ausstellung über den früheren Braun-Designer Dieter Rams im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zu sehen ist.

Die früheren Industriedesign-Studenten, die sich an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung kennenlernten, haben inzwischen 35 Beschäftigte und sich in der Branche einen Namen gemacht. „Die italienischen Herstellte, auf die wir früher hochgeschaut haben, haben wir inzwischen überholt – auch vom Umsatz her“, sagt da Costa, der Landrat Oliver Quilling (CDU) durch das verwinkelte Gebäude führt.

Wolfs Eltern und Großeltern haben hier einst Metallwaren produziert, Verschlüsse etwa für die Offenbacher Lederindustrie. Einiges vom früheren Fabrikcharakter haben Wolf und da Costa bewusst erhalten. Backsteinwände liegen frei, die Fenster und Rolläden sind geblieben, alte Lichtschalter.

Am Anfang haben sie viel selbst gestanzt, gelötet, galvanisiert. „Sogar Werkzeuge haben wir selbst gemacht“, erzählt da Costa. Zehn bis 15 Prozent der Produkte, vor allem Aufwendiges, fertigt das Rodgauer Unternehmen auch heute noch selbst – in einer Halle im Industriegebiet, die auch als Lager dient, zum Teil auch im alten Fabrikgebäude. Dort bauen Mitarbeiter etwa in zweieinhalbstündiger Handarbeit Kronleuchter zusammen.

Das meiste aber wird zugeliefert, etwa von den Werkstätten Hainbachtal, aber auch aus dem Ausland. Die Kernkompetenz, stellt da Costa klar, ist Design und Entwicklung.

Unter dem Dach ist eine Modell-Werkstatt mit Fräse, Kreissäge oder Schleifmaschine. Zwei neue Produkte im Jahr bringt das Unternehmen im Schnitt auf den Markt. Von der ersten Skizze bis zum ersten Euro Umsatz kann das schon mal vier Jahre dauern, sagt da Costa. Etwa die Hälfte verkaufe das Unternehmen an gewerbliche Abnehmer, Hotels, Agenturen, Kanzleien etwa. Den anderen Teil vertreibt Serien Lighting über den Fachhandel, etwa im Shop-im-Shop-Prinzip.

Auch das Weiskircher Unternehmen hat die Wirtschaftskrise zu spüren bekommen, räumt da Costa ein. Nach sechs bis sieben Jahren mit zweistelligem Umsatzwachstum, habe es 2009 erstmals einen Rückgang gegeben, sagt er. Nun verzeichne man aber schon wieder ein Umsatzplus von 16 Prozent.

„Wir haben aus der Krise gelernt“, meint der 51-Jährige, der in Frankfurt wohnt. Der Mensch habe die Tendenz, die Beine hochzulegen. „Wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen.“

Mehr zum Unternehmen unter www.serien.com

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