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Autofahrer müssen beim Rechtsabbiegen in den Theodor-Heuss-Ring aufpassen.

Dietzenbach

Kreisel statt Ampeln

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Stadt will provisorische Lösung für gefährliche Kreuzungen an der Offenbacher Straße suchen

Die Stadt Dietzenbach sollte die Ampeln an der von vielen Eltern als zu gefährlich empfundenen Kreuzung Offenbacher Straße/Theodor-Heuss-Ring abbauen und dort stattdessen einen Kreisel anlegen. Das hat der von der Stadt beauftragte Verkehrsexperte Jürgen Follmann, Professor an der Hochschule Darmstadt, jetzt bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus vorgeschlagen.

Eine Ampel sei an dieser Stelle nicht das Richtige und auch gar nicht nötig. Sie verursache zudem dauerhafte Betriebskosten. „Ein Kreisel ist der sicherste Knotenpunkt“, sagte Follmann vor etwa 70 Zuhörern. Der Kreisel beschränke die Geschwindigkeit der Autofahrer. Zudem müssten die Fußgänger, etwa Kinder auf dem Schulweg, nur noch 3,50 Meter Straße überqueren statt wie bisher 15 Meter. Follmann riet, die Kreuzung an der Limesstraße ebenfalls zu einem Kreisverkehr umzubauen. Wenn man das erstmal provisorisch mache, koste es 50?000 bis 100000 Euro.

Auf die Klage von Eltern hin, die Stadt müsse auch die Kreuzung an der Dreieichstraße einbeziehen, an der es ebenfalls zu vielen gefährlichen Situationen komme, kündigte Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) eine „ganzheitliche“ Lösung an. „Für mich persönlich wäre der Kreisel eine gute Variante, wenn man über die Folgekosten nachdenkt.“ Zunächst müsse man aber schauen, ob noch Geld dafür da ist. „Wenn wir das Geld haben, wäre es schnell umgesetzt.“ Ziel sei es, eine Lösung für alle drei Kreuzungen zu finden.

Die Mehrzahl der Eltern, die ins Rathaus gekommen waren, lobte den Vorschlag für die Kreisel, forderte aber eine Interimslösung. Die Eltern forderten die Stadt auf, die Ampelschaltung an den drei Kreuzungen schnell wieder zu ändern. Autofahrer sollten nicht länger nach rechts oder links abbiegen dürfen, wenn gleichzeitig die Fußgänger Grün haben. Schließlich sei es vor der Umstellung der Ampeln 30 Jahre lang nicht zu Unfällen gekommen. Nun aber sei es sehr gefährlich.

Sorge nach Unfällen

Vergangenen Herbst zum Beispiel, wurde eine Mutter von Zwillingen an der Kreuzung Theodor-Heuss-Ring schwer verletzt. Eltern nahmen das zum Anlass, um Unterschriften für die Rückschaltung der Ampeln zu sammeln.

Follmann schlug vor, die Ampel so zu ändern, dass Linksabbieger aus dem Heuss-Ring nicht mehr auf entgegenkommende Autos und Fußgänger achten müssen. Klar sprach er sich aber dagegen aus, dass Autofahrer nicht mehr nach rechts abbiegen sollen, wenn Fußgänger gleichzeitig Grün haben. Die Wartezeit werde dann so lang, dass viele die Ampel bei Rot überquerten, sagte Follmann. „Wenn ich es umschalte, und es passiert dann etwas, bin ich der Dumme!“ Stelle die Stadt jetzt für 12000 Euro die Ampeln wieder um, fehle zudem das Geld für die Kreisel.

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