Kommentar

Kein Traumstart

Landrat Oliver Quilling (CDU) verspricht in den Verhandlungen mit der Strothoff School eine harte Gangart und lückenlose Aufklärung. Damit tut er das einzig Richtige, findet Maurice Farrouh.

Von Maurice Farrouh

Ein Traumstart sieht anders aus. Gerade einmal acht Monate nach der Eröffnung steht die Strothoff International School zum zweiten Mal in der Kritik. Erst fehlten Genehmigungen des Schulamts, jetzt kommt heraus, dass die Eliteschule des Dreieicher Unternehmers Hans Strothoff bislang keinen Cent Miete an den Kreis überwiesen hat.

Musste sich der Träger im ersten Fall mangelnde Professionalität vorwerfen lassen, ist jetzt das Gegenteil der Fall: In den Verhandlungen mit dem Kreis, der das schicke Gebäude an die Schule untervermietet, hat Küchentycoon Strothoff den knallharten Geschäftsmann raushängen lassen.

Weil der endgültige Vertrag noch aussteht und es nur einen Vorvertrag gibt, zahlt er vorerst keinen roten Heller. Der Kreis, obwohl selbst hoch verschuldet, hat inzwischen fast eine halbe Million Euro Miete an die Eigentümergesellschaft zahlen müssen.

Dass es soweit kommen konnte, ist auch die Schuld von Ex-Landrat Peter Walter (CDU). Anstatt vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im März auf einen Vertragsabschluss zu dringen, ließ er Verhandlungstermine mit Verweis auf den baldigen Wechsel an der Kreisspitze einfach absagen.

Die Scherben aufkehren darf nun sein Nachfolger Oliver Quilling (CDU). Der hat das einzig Richtige getan und lückenlose Aufklärung sowie eine harte Gangart in den Verhandlungen angekündigt.

Der Träger bittet darum, die Angelegenheit als Resultat des Zeitdrucks zu werten, unter dem die Schule auf Drängen des Kreises eröffnete. Damit das glaubhaft ist, muss dieser nun aber schnell sein Geld bekommen. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für die Bildung einer kleinen Gruppe von Begüterten zahlt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare