Kreis Offenbach

Deutliche Worte nach Berlin

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Die CDU tritt in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs ein. Deutliche Worte findet der Vorsitzende des Kreisverbands, Frank Lortz, für die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das Ziel sei eindeutig, sagt Frank Lortz, Vorsitzender des Kreisverbands der CDU: Erneut stärkste Kraft im Kreis werden. „Seit 1977 sind wir die stärkste Fraktion im Kreis und das wollen wir weiter bleiben, wir wollen nächstes Jahr 40 Jahre die Mehrheit haben“, ruft Lortz am Freitag den rund 110 Besuchern in der Halle Urberach entgegen. In Rödermark haben die Christdemokraten sich für die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes bereit gemacht.

In rund sechs Wochen, am 6. März, sind die Wähler in den 13 Städten und Gemeinden des Kreises zum Urnengang aufgerufen. Eine Wahl, das ist auch unter den CDU-Mitgliedern in der Halle zu spüren, die ganz von der Flüchtlingsthematik überlagert wird.

Schon vor Beginn der Veranstaltung ist die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge das Gesprächsthema unter den Mitgliedern und Mandatsträgern aus dem Kreis. Lortz geht in seiner Rede auch ohne Umschweife darauf ein. „Der politische Wind aus dem Bund hat Einfluss“, sagt er. Applaus kommt auf, als er sagt, dass die politischen Mandatsträger es Leid seien, für Fehler in Berlin abgestraft zu werden. Den Namen nennt Lortz zwar nicht, doch ist überdeutlich, dass seine Aufforderung, „mehr Realismus, weniger Autismus zu zeigen “ und dass „sich korrigieren, ein Zeichen von Stärke“ sei, an die Adresse der Bundeskanzlerin gerichtet ist.

Zugleich aber betont er, dass man im Kreis nicht vergessen habe, dass der Wahlsieg 2013 eben auch mit der Bundeskanzlerin errungen wurde. Man stehe deshalb zur Bundeskanzlerin wie zur Bundespartei. Dennoch gelte: „Wir sind zwar kameradschaftlich, aber nicht blöd“, sagt Lortz. Landrat Oliver Quilling dankt im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik den ehrenamtlichen Helfern vor Ort für ihr Engagement, betont aber auch, dass das Leistungsvermögen des Kreises endlich sei. „Es ist uns gelungen, Obdachlosigkeit zu vermeiden“, sagt Quilling, nun müsse die Integration geschafft werden. „Wir merken aber, dass wir an unsere Grenzen stoßen“, sagt er.

Thematisch und personell gut aufgestellt

Für den Kreis Offenbach gelte aber allgemein, dass sich die Arbeit der CDU sehen lassen könne – und das müsse im Wahlkampf auch herausgestellt werden. „Wenn es Probleme im Bund gibt, müssen wir Dampf von unten machen und mit unserem Programm werben“, sagt Lortz. Die Kreispartei sieht sich dafür gut aufgestellt: Mehr als ein Drittel der Listenplätze seien von Frauen belegt, dazu gebe es viele junge Kandidaten. Ab Mitte Februar werden Prospekte mit allen Kandidaten an die Haushalte verteilt.

Außerdem wolle die CDU vor allem bei Wahlkampfveranstaltungen punkten: „Da heißt es, nicht auf die Toilette verschwinden, wenn ein heißes Thema kommt“, betont Lortz. Um extreme Parteien klein zu halten, sei es nötig, Rede und Antwort zu stehen und die Wähler zu mobilisieren. Trotz der guten Zusammenarbeit in der großen Koalition im Kreishaus gelte aber, dass kein Koalitionswahlkampf geführt werde. „Es kommt auf jede Stimme an“, sagt auch Bernhard Abeln, Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

Von einer „Bombenausgangssituation“ im Kreis spricht Landrat Quilling. „Wir haben noch nie so hohe Gewerbesteuereinnahmen gehabt, wir sind ein bärenstarker Standort“, sagt er.

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