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Sand-Zwerggras war einst im Kreis weit verbreitet.

Kreis Offenbach

Biotop fürs Sand-Zwerggras

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Das Sand-Zwerggras ist eine kleine, sensible Pflanze, die im Kreis heutzutage nicht mehr zu finden ist. Um das zu ändern, hat die Naturschutzbehörde nun in Egelsbach Samen ausgebracht.

Früher ist das Sand-Zwerggras im Kreis Offenbach weit verbreitet gewesen beispielsweise bei Heusenstamm, Obertshausen und im Sandmagerrasen bei Rödermark-Urberach. Doch seit rund 60 Jahren ist es nahezu verschwunden, wie der Kreis mitteilt. Bis vor kurzem wuchs es nur noch in einer Gärtnerei in Dreieich-Buchschlag.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises startet jetzt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egelsbach einen Versuch, das Sand-Zwerggras wieder heimisch zu machen. Die Populationen haben durch eine veränderte Bewirtschaftung der Äcker und Felder große Verluste erlitten und befinden sich auf der Roten Liste gefährdeter Pflanzen.

„Wir haben in Egelsbach im erweiterten Biotop Pohle-Bäcker-Loch ein Areal mit locker-sandigem und nährstoffarmen Boden gefunden. Das sind ideale Voraussetzungen“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU). Hier wurde die Pflanze nun ausgesät.

Auf der zwischen Wolfsgartenstraße und Im Kammereck gelegenen rund 2000 Quadratmeter großen Sandfläche neben dem geschützten Landschaftsteil Pohle-Bäcker-Loch hat die Gemeinde Egelsbach als Ausgleich für die Bebauung in der Leimenkaute ein Biotop angelegt, um der europarechtlich geschützten Knoblauchkröte auf dem sandigen Boden ein Landhabitat zu bieten. Das Areal wird jährlich im Herbst von der Gemeinde bearbeitet, was sowohl den Amphibien als auch dem Sand-Zwerggras zugute kommt.

Die Wiederansiedlung ist Teil der hessischen Biodiversitätsstrategie, die für den Erhalt und die Verbesserung der Lebensgrundlagen durch Bewahrung einer intakten, vielfältigen Natur sorgen soll. In Hessen starben laut Mitteilung des Kreis seit Ende des 18. Jahrhunderts 140 Pflanzenarten aus. 

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