+
Bei der Hälfte aller Aufführungen waren die Stuhlreihen im Burggarten voll besetzt.

Dreieich

Burgfestspiele Dreieichenhain glänzen mit 27 600 Besuchern

  • schließen

Zu 90 Prozent ausverkauft - ein Erfolg, den die Burgfestspiele in Dreieich nun nach Abschluss der Saison vermelden können. Und trotzdem lief nicht alles wie gewünscht.

Die Technik ist abgebaut, das Foyerzelt abgeschlagen: Die Burgfestspiele Dreieichenhain sind seit Sonntagabend Geschichte. 27 600 Besucher haben in diesem Jahr auf der 840 Zuschauer fassenden Tribüne im Garten der malerischen Burg Hayn Platz genommen. „Das ist wie im Vorjahr eine 90-prozentige Auslastung“, freut sich Benjamin Halberstadt, technischer Leiter der veranstaltenden Bürgerhäuser Dreieich.

Eigentlich sind die Burgfestspiele ja schon seit Samstagabend – und damit seit dem Auftritt von Konstantin Wecker – vorbei. Am Sonntagabend fiel sein geplanter zweiter Auftritt nämlich dem Unwetter zum Opfer. „Zum ersten Mal seit 13 Jahren ist eine Veranstaltung bei den Burgfestspielen ausgefallen“, bedauert Halberstadt.

Ein Nachholtermin sei jedoch geplant, die Bürgerhäuser stünden deshalb bereits in Kontakt mit Weckers Management. „Es sieht ganz gut aus“, sagt Halberstadt; das Konzert werde dann im Dreieicher Bürgerhaus in der Fichtestraße stattfinden. Besucher, die die Ersatzveranstaltung nicht besuchen, können ihre Karten zurückgeben und erhalten ihr Geld zurück.

41 Veranstaltungen, fünf mehr als im vergangenen Jahr, gingen in dieser Festspielsaison auf der Burg über die Bühne. Das bescherte den Bürgerhäusern 3000 zusätzliche Besucher. 21 der 41 Veranstaltungen waren komplett ausverkauft.

Das für den 1. August geplante Konzert von Max Mutzke musste auf den 5. August verschoben werden, weil der Sänger im Finale der Fernsehshow „The Masked Singer“ stand. „Jazz in der Burg“ wich am 27. Juli wetterbedingt ins Dreieicher Bürgerhaus aus, alle anderen Auftritte konnten problemlos durchgezogen werden – auch wenn es an fünf Abenden regnete. „Aber nur maximal 40 Minuten lang“, sagt der technische Leiter.

Die Burgfestspiele seien für die Kulturarbeit der Bürgerhäuser enorm wichtig, sagt Halberstadt. Das Sommerprogramm generiere nämlich 60 Prozent aller geplanten Einnahmen, trage sich durch Eintrittsgeld und dank der mit Sponsoren fast selbst.

Für dieses Jahr hätten die Bürgerhäuser eine Million Euro an Erlösen angesetzt, die in rund 140 Kulturveranstaltungen erwirtschaftet werden sollen. Die rund 40 Auftritte in den sieben Wochen Festspielzeit sollten dabei allein rund 600 000 Euro an Einnahmen einspielen. „Theorie und Praxis klaffen nicht weit auseinander“, erklärt Halberstadt – auch wenn die Abrechnung erst noch gemacht werden muss.

Für die rund 100 anderen Kulturveranstaltungen, zu denen die Bürgerhäuser zwischen September und Juni laden, sind lediglich 400 000 Euro an Einnahmen angesetzt. „Kunstveranstaltungen, Weltmusik oder Diashows locken nicht so viele Besucher an“, begründet Halberstadt. „Und bei einem Kindertheater kann ich keine 30 Euro Eintritt nehmen.“ Die Burgfestspiele seien eben Mainstreamkultur, höherpreisig und erreichten mehr Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare