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Das Einkaufszentrum am Dietzenbacher Bürgerhaus wird mit Kameras überwacht.

Dietzenbach

Probleme bei der Überwachung

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Auf die Bilder der 21 in Dietzenbach installierten Kameras kann die Polizei aufgrund technischer Schwierigkeiten noch nicht live zugreifen. Doch es gibt auch schon Erfolge: Mit den Videobilder konnte der Überfall auf einen S-Bahn-Fahrer aufgeklärt werden.

Sechs Wochen nach der offiziellen Inbetriebnahme der Videoüberwachung in Dietzenbach, vier Jahre nach dem Grundsatzbeschluss, gibt es immer noch große technische Probleme.

Die Dietzenbacher Polizei kann bisher nicht direkt auf die im städtischen Verwaltungsgebäude einlaufenden Bilder der 21 Kameras zugreifen. Sie sei noch nicht ans System angeschlossen, sagt der Dienststellenleiter der Polizeistation, Klaus-Peter Daube, gegenüber der Frankfurter Rundschau. Die nötige Hardware sei schlicht noch nicht installiert.

Bei einem Überfall auf dem Masayaplatz oder am Rathauscenter könnten die Ermittler aber bereits die bei der Stadt einlaufenden Aufnahmen ansehen, um Täter zu ermitteln. Dafür müssen sie allerdings noch extra in den Keller des Gebäudes an der Dieselstraße fahren oder sich die Bilder auf DVD kopieren lassen.

Die Polizei hat diese Möglichkeit auch bereits genutzt, etwa nach einem Wohnungseinbruch, wie der stellvertretende Dienststellenleiter Harry Keckeis gestern auf Anfrage berichtete. Einen spektakulären Ermittlungserfolg hat sie allerdings damit noch nicht erzielt. Zur Zeit sei es, was Überfälle angeht, ohnehin relativ friedlich. Das hängt nach Ansicht Daubes auch damit zusammen, dass die Polizei in den vergangenen Monaten mehrere Täter verhaftet hat.

Die Polizei erhofft sich von den Kameras außer der Möglichkeit, Täter ermitteln zu können, auch einen Abschreckungseffekt. Dieser entstehe, wenn die Polizei mittels der Videoüberwachung, Kriminelle festnehmen kann, meint Daube. Boris Rhein (CDU), Staatssekretär im hessischen Innenministerium, betonte bei der Vorstellung des Projekts im Juni, die Kameras erhöhten nicht nur die gefühlte Sicherheit der Passanten, sondern auch ihre tatsächliche. Es sei belegt, dass die Videoüberwachung zu einem Rückgang der Kriminalität führe.

Der Grund, dass die Polizei noch nicht live auf die Aufnahmen zugreifen kann, ist nach Auskunft des städtischen Projektleiters für die Videoüberwachung Manfred Becker, dass deren Qualität, offenbar wegen Schwierigkeiten bei der Funkübertragung, noch nicht zufriedenstellend ist. Die Bilder ruckelten noch ein bisschen.

Solange dieses Problem nicht geklärt ist, werde die Stadt die Anlage nicht abnehmen und auch nicht bezahlen, sagte er der Frankfurter Rundschau. Weil sie bis dahin aber auch nicht in städtischem Besitz ist, darf die Stadt die Polizei nicht zugreifen lassen. Die Probephase dauere also an. Becker geht davon aus, dass die Probleme bis Ende des Jahres gelöst sind.

Trotz der neuerlichen Verzögerung zeigt sich Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) nicht verärgert. Es handele sich bei der gewünschten Videoüberwachung eben um eine hochkomplexe Anlage. In der Gänze funktioniere das System zudem.

Auch Becker verweist auf erste Erfolge der Videoüberwachung. Die Bundespolizei habe etwa bereits im Winter einen tätlichen Angriff auf den Zugführer einer S-Bahn mit Hilfe der Aufnahmen klären können. Sie identifizierte den Täter mit Bildern, die ihn auf dem Weg zum Gleis am Bahnhof zeigten.

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