Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In die Jahre gekommen: das Hallenbad Neu-Isenburg.
+
In die Jahre gekommen: das Hallenbad Neu-Isenburg.

Neu-Isenburg Hallenbadsanierung

Bürgermeister entschuldigt sich

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
    schließen

Stadtverordnete genehmigen die umstrittenen Mehrkosten für die Hallenbadsanierung. Das Problem sind weniger die Mehrkosten, als vielmehr der Umstand, dass die Verantwortlichen den Sachverhalt zu spät bekannt gegeben hätten.

Ungewöhnlich harsche Worte hat die Opposition in der Neu-Isenburger Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend gewählt – Neu-Isenburg ist sonst eher für seinen freundlichen Umgangston bekannt. Das große Thema, das seit Monaten das Klima vergiftet, war die viel zu teure Sanierung des Hallenbads, das eigentlich in den kommenden Wochen öffnen soll. 3,1 Millionen Euro mehr als geplant kostet es. Mit 23 zu 21 Stimmen segneten die Stadtverordneten dies nun notgedrungen ab.

„Wir waren hier einen ganz anderen Stil gewohnt“, sagte Maria Sator-Marx (Grüne). „Aber der ist gründlich missachtet worden.“ Offensichtlich gebe es „ein Organisationsproblem“ zwischen Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und Erstem Stadtrat Stefan Schmitt (CDU). Opposition und Koalition waren sich immerhin in einem grundsätzlich einig: Alle freuten sich auf das Bad, wie Yvonne Lammersdorf (SPD) betonte. Und „goldene Wasserhähne“ habe hier auch niemand verbaut. Was die Opposition so ärgert, das sei, das betonten sowohl Lammersdorf als auch Wolfgang Schreiber (Grüne), weniger die Tatsache, dass die Sanierung nun mehr koste, als vielmehr der Umstand, dass die Verantwortlichen dies erst viel zu spät bekanntgegeben hätten. „Wir müssen uns doch auf deren Auskunft verlassen können“, sagte Lammersdorf.

Schon im September 2013 seien mehr als zwei Millionen Euro an Mehrkosten aufgelaufen, kritisierte Schreiber. „Und trotzdem gab es keine Info vom Baudezernenten und bis Februar keine eindeutige Kostenzuweisung zwischen Stadt und Stadtwerken. Das spricht Bände.“ Es sei „eine Frechheit“, den Stadtverordneten zu unterstellen, sie hätten das alles bereits gewusst und sie so zu Mitverantwortlichen zu machen, empörte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Beck (SPD). Namentlich Kulturdezernent Theo Wershoven (CDU) habe das bereits mehrfach öffentlich behauptet und das bis heute nicht zurückgenommen. Zwar sei es richtig, dass auch Stadtverordnete der Opposition im Aufsichtsrat der Stadtwerke säßen. „Aber darf ich Sie daran erinnern, dass dort Schweigepflicht herrscht?“

Koalition räumt Fehler ein

Dass die ganze Angelegenheit auch der Koalition aus CDU, FDP und Freien Wählern unangenehm war, wurde auch in den Reden von Bernd Totzauer (FWG), Christiane Wagner und Patrick Föhl (beide CDU) deutlich. So ganz nahm man Wagner ihre Empörung nicht ab, „die Vorwürfe, dass wir nicht vertrauensvoll miteinander umgehen“, seien „starker Tobak“. Es seien wohl zu viele Verantwortliche beteiligt gewesen. „Viele Köche verderben den Brei. Das wird nicht wieder vorkommen“, versprach sie.

Leider seien solche Kostensteigerungen üblich, sagte Totzauer und verwies auf eigene Erfahrungen bei einem Umbau. Aber auch er sagt: „Wir wurden zu spät informiert, und das war ein Fehler!“ Föhl ging sogar noch weiter. „Solche Fehler dürfen künftig nicht mehr gemacht werden“, sagte er. An die Opposition gewandt, bedankte er sich „für die faire Diskussion“ im Bauausschuss. „Sie haben viel Aufklärungsarbeit geleistet“, sagte er. Schließlich meldete sich auch Bürgermeister Hunkel noch zu Wort. „Es tut uns sehr leid“, sagte er. „Diese Kommunikation ist nicht unser Stil. Wir wollten Ihr Vertrauen nicht missbrauchen.“ Über eigene Fehler zu reden, hilft offenbar auch in der Politik: Nach der Sitzung feierten die Stadtverordneten erstaunlich einträchtig den Geburtstag von Sator-Marx.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare