Ständig Schwerlastverkehr an der Kreuzung in Ober-Roden.
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Ständig Schwerlastverkehr an der Kreuzung in Ober-Roden.

Rödermark

Bürgerinitiativen haben genug von Lärm und Feinstaub

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Immer mehr Lastwagen und Autos fahren durch die Ortsteile Ober-Roden und Urberach.

Zu viel Verkehr auf Rödermarks Straßen. Dieser Meinung sind zahlreiche Anwohner; sie haben deshalb zwei Bürgerinitiativen (BI) gegründet. Die eine moniert zu viel Lastwagenverkehr in den Durchgangsstraßen und hat die Verkehrsberuhigung im Blick, die andere wendet sich gegen eine ortsnahe Umgehungsstraße des Stadtteils Urberach.

Am 29. Juni (18 Uhr, Kulturhalle) soll sich nun ein „Runder Tisch Verkehrsentlastung Rödermark“ konstituieren, um gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Vertreter der Bürgerinitiativen sitzen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung und Vertretern der Fraktionen an einem Tisch.

Norbert Kern von der Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Rödermark (Biver) klagt wie auch andere Anwohner über den Lärm und Feinstaub von immer mehr Lastwagen vor seiner Haustür. Jeden Tag seien es über 200 Lastwagen, die vor seinen Augen über den Kreuzungspunkt der Hanauer, Nieder-Röder und Frankfurter Straße im Stadtteil Ober-Roden donnerten, so Kern. Man könne nicht mehr bei offenem Fenster schlafen, „die Fenster vibrieren, die Kaffeetassen zittern, Unterhaltungen auf der Terrasse müssen unterbrochen werden“. Das nahe gelegene Hotel Lindenhof erhalte wegen des Verkehrslärms zum Teil schlechte Bewertungen von Gästen.

„Die Lkw, die hier vorbeifahren, haben zu 80 Prozent auswärtige Kennzeichen“, sagt Kern und nennt den Grund: Die Lastwagenfahrer umgehen so das Frankfurter Kreuz, sparen Zeit und Maut. Sie fahren auf der A5 an der Ausfahrt Langen ab, nehmen die Landesstraße 3097 durch Rollwald und Ober-Roden und fahren am Hanauer Kreuz auf die A3 auf.

90 Prozent von Verkehrslärm und Staub belästigt

Rund 300 Bürger leben laut Kern in Ober-Roden an der L3097, die als Mainzer Straße, Hanauer und Nieder-Röder Straße durch den Stadtteil führt. „90 Prozent von ihnen fühlen sich von Verkehrslärm und Staub belästigt“, sagt Kern. Akribisch führt er Strichlisten, wie viele Autos und Lastwagen pro Stunde an seinem Haus vorbeifahren.

„Man könnte den Schwerverkehr schon am Rödermarkring auf die B459 und dann die vierspurige B45 ableiten“, sagt er. Es ginge nur darum, „ein Konzept zu erstellen und ein paar Schilder aufzustellen“. Auch andere Maßnahmen seien denkbar: Verkehrsinseln, Blitzer, Tempo 30, Hindernisse. Laut Stadt sind aber Abstimmungsprozesse mit übergeordneten Behörden und Nachbarkommunen erforderlich.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Naturnahes Urberach (Binnu) kämpfen für Ähnliches. Sie fürchten den Lkw- und Autoverkehr, den eine ortsnahe Umgehung von Urberach mit sich bringen würde, über die schon seit Jahrzehnten diskutiert wird und die nun im Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten ist. Die Trasse würde zwar die ständig verstopfte Ortsdurchfahrt Konrad-Adenauer-Straße (Kreisstraße 486) entlasten, ginge aber direkt an ihren Häusern und Wohnungen vorbei. Die BI hat deshalb Vorschläge erarbeitet, wie man den Durchgangsverkehr auf die Kreisstraße 180 und die Landesstraße 3317, die sogenannte K-L-Trasse, zwingen könnte.

Die Konrad-Adenauer-Straße soll aber trotzdem umgebaut werden, um den Verkehrsfluss zu stoppen. Hessen-Mobil habe angekündigt, die Innerortsstraße zu sanieren; wann, stehe allerdings noch nicht fest, so Bürgermeister Jörg Rotter (CDU). Die Stadt werde die Stelle eines Verkehrsplaners ausschreiben, der gegenüber den Aufsichtsbehörden die städtischen Ideen – wie zum Beispiel Radwege, Fußgängerüberwege, Kreisel oder Parkplätze – vertrete.

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