Dreieich/Neu-Isenburg/Rödermark

Bedenken gegen RTW sind nicht berücksichtigt

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Die Anliegerkommunen der Dreieichbahn stoßen bei der Planungsgesellschaft der Regionaltangente West (RTW) bislang auf taube Ohren.

In einem gemeinsamen Positionspapier haben die Bürgermeister aus Dreieich, Rödermark, Eppertshausen, Dieburg und Münster im April den Bau eines Mittelbahnsteigs am Bahnhof Dreieich-Buchschlag gefordert, damit Reisende schnell und ohne Umwege von den Zügen der geplanten Regionaltangente West (RTW) in die Züge der Dreieichbahn umsteigen können. Doch in den Unterlagen der RTW-Planungsgesellschaft, die noch bis 19. September in den Kommunen öffentlich ausliegen, blieb diese Forderung unberücksichtigt. Und auch die Wünsche der Stadt Neu-Isenburg sind nicht eingearbeitet.

„Die Planunterlagen sind gegenüber der Ursprungsfassung aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung nahezu unverändert“, ärgert sich Rödermarks Bürgermeister Jörg Rotter (CDU). Nach wie vor werde an einem Außenbahnsteig in Dreieich-Buchschlag festgehalten. Der Magistrat gab deshalb in der Vorwoche eine Stellungnahme ab, in der er erneut auf die Notwendigkeit eines Mittelbahnsteigs hinwies.

In Dreieich beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat, kritisch Stellung zu nehmen. „Wir monieren, dass die RTW-Züge an der Ostseite des Bahnhofs Buchschlag enden“, sagt Bürgermeister Martin Burlon (parteilos). Die RTW müsse doch so ausgestaltet werden, dass sie am Endhaltepunkt attraktive Umsteigeverbindungen für die Menschen, die aus Südosten kommen, anbieten könne.

„In der Abwägung aller Überlegungen haben wir den Mittelbahnsteig in unsere Planunterlagen nicht mit aufgenommen“, sagt RTW-Geschäftsführer Horst Amann und nennt als Hauptgrund die Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Allein das Argument, dass Reisende in Buchschlag nicht umsteigen müssen, rechtfertige nicht vier oder fünf Millionen Euro mehr. „Wenn ich an zehn Stellen der gesamten Strecke solche Partikularinteressen berücksichtige, habe ich 40 bis 50 Millionen Euro Mehrkosten – und dann ist das Projekt tot.“ Man müsse das Gesamtprojekt im Auge haben und die Entscheidung vor dem Hintergrund der Gesetzeslage, der Kosten und der Qualität treffen.

Der Zug ist für die Anliegerkommunen der Dreieichbahn aber noch nicht abgefahren. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als Planfeststellungsbehörde wägt das Für und Wider der eingegangenen Einwendungen nämlich ab und fordert dann die RTW-Planungsgesellschaft als Vorhabenträger auf, sich damit auseinanderzusetzen. „Was dann vernünftigerweise geboten ist, wird planfestgestellt“, so Amann.

Kosten erschweren auch die Unterführung oder Brücke für den Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt, die Neu-Isenburg fordert. Aktuell ist dort ein ebenerdiger Bahnübergang mit Halbschranke geplant. „Wer soll die Brücke oder Unterführung zahlen?“, fragt Amann. Trotzdem sei man bereits mit dem Regionalverband im Gespräch. Auch am Bahnhof schwebt der Stadt Anderes vor als der Planungsgesellschaft, die dort 126 Stellplätze vorsieht. Die Stadt hat aber einen Bebauungsplan aufgestellt für ein Parkhaus mit 350 Stellplätzen. „Dieses Puzzleteil lässt sich leicht einsetzen in unsere Planung“, sagt Amann. „Wir haben mit ihm eine nachrichtliche Nachmeldung vereinbart“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos).

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