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Baugerüst

Sterbebegleitung

Kreis Offenbach: Bauarbeiten für Hospiz können beginnen

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Der Kreis Offenbach hat die Baugenehmigung für das Hospiz der Rotarier-Stiftung erteilt. Die Arbeiten beginnen am 1. April.

Vor gut viereinhalb Jahren wollten Rodgauer Rotarier ein stationäres Hospiz zur Sterbebegleitung im Kreis Offenbach entstehen lassen und gründeten deshalb die Hospiz-Stiftung Rotary Rodgau. Jetzt sind die Rotarier endlich auf der Zielgeraden: Die Bauaufsicht des Kreises Offenbach hat den Bau genehmigt, am kommenden Dienstag wird Landrat Oliver Quilling die Baugenehmigung an Vertreter der Hospiz-Stiftung übergeben. Somit können die Gewerke für den Rohbau nun ausgeschrieben werden.

Am 1. April sollen, so erklärt Lothar Mark vom Kuratorium der Hospizstiftung, die Baumaschinen auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände am Wasserturm in Rodgau-Jügesheim anrücken. Die Stadt hatte der Stiftung das Areal unterhalb des weithin sichtbaren Wahrzeichens des Stadtteils Mitte Mai vorigen Jahres für drei Euro pro Quadratmeter verkauft.

1,45 Millionen Euro Stiftungskapital haben die Rotarier mittlerweile für das Kreis-Hospiz zusammengetragen, sagt Mark. Zahlreiche Unternehmen und Vereine haben gespendet, der Kreis Offenbach und die kreisangehörigen Kommunen gaben je 20 000 Euro – Rödermark 27 000 Euro. Nur aus Neu-Isenburg kam bisher kein Geld, weil dort ein ambulantes Hospizkonzept verfolgt wird.

Das komplette Vorhaben schlägt allerdings mit 3,6 Millionen Euro zu Buche. „Zum Spatenstich am 30. März wollen wir noch 100 000 Euro einsammeln“, sagt Mark, und bis zum Baubeginn sollten wohl 1,5 Millionen Euro überschritten sein, gibt er sich optimistisch. „Wir haben in den letzten vier Jahren pro Tag durchschnittlich 1000 Euro eingesammelt.“ Für das Hospiz rechnen die Rotarier mit einer Bauzeit von rund 500 Tagen; „das ergibt dann die nächste halbe Million“. Eine Million Euro steuere außerdem die private Frankfurter Werte-Stiftung bei. „Den Rest muss es bei der Eröffnung geben“, sagt Mark, und scherzt: „Da gehe ich dann mit dem Klingelbeutel rum.“

Einen Betreiber hat die Hospiz-Stiftung mit der Mission Leben aus Darmstadt schon vor mehr als zwei Jahren gefunden. Die gemeinnützige GmbH werde die zwölf Betten belegen und den 24-Stunden-Betrieb sicherstellen, so Mark. „Wir arbeiten schon eng zusammen, sprechen in monatlichen Sitzungen die Details und die Ausstattung des Hauses ab“, sagt er. Mission Leben habe Miete an die Hospiz-Stiftung zu zahlen, der Betrag werde anhand des Investivvolumens der AOK Hessen als Kostenträger errechnet. „Die AOK übernimmt 95 Prozent der anrechenbaren Kosten, so dass sie bestimmt, wie viel das sein wird“, erklärt das Kuratoriumsmitglied. Die restlichen fünf Prozent – „jedes Jahr 50 000 bis 70 000 Euro“ – sollen aus Spenden kommen. „Die Angehörigen der Hospiz-Gäste sind gebeten, einen Eigenanteil zu tragen, die Hospiz-Stiftung geht in Vorleistung.“

In dem L-förmigen Gebäude am Wasserturm sind zwölf Zimmer für die Hospiz-Bewohner geplant, ein Raum für Angehörige, Zimmer für die Verwaltung und für die Palliativ- und ambulanten Hospizgruppen. Außerdem ein Raum der Stille, ein Raum für die technischen Versorgungseinrichtungen und ein Gemeinschaftsraum, in dem gekocht und gegessen wird.

Im Mai 2014 hatten die Rodgauer Rotarier die Hospiz-Stiftung Rotary Rodgau gegründet, die sie mit 56 000 Euro Startkapital ausstatteten. Das Hospiz sollte erst in der Rodgauer Siedlung Rollwald entstehen. Doch das Grundstück lag in einem Feuchtgebiet.

Spenden für das Hospiz in Rodgau

Spenden können auf das Konto der Hospiz-Stiftung Rotary Rodgau bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt, IBAN: DE49 5065 2124 0001 1329 76, überwiesen werden. Oder auf das Spendenkonto bei der Volksbank Maingau, IBAN: DE28 5056 1315 0008 9087 37.

Auf dem Überweisungsträger sollte ein Hinweis gegeben werden, ob es sich um eine Zustiftung oder eine Spende handelt. Zustiftungen erhöhen das Kapital der Stiftung und werden für den Bau des Hospizes verwendet. Spenden gehen zweckgebunden in die Palliativ- und Hospizarbeit und müssen binnen 24 Monaten ausgeschüttet werden.

Weitere Infos gibt es unter Telefon 0152 / 21 56 95 18, per E-Mail an kontakt@hospizstiftungrodgau.de sowie im Internet unter www.hospizstiftungrodgau.de. ann

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