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Auf dem Feld wird um jeden Ball gekämpft.

Langen

Ballkünstler auf Rädern

Erich-Kästner-Schule ist erfolgreich im Rollstuhl-Basketball

Der letzte Korb hat entschieden. Die Langener RollstuhlBasketballer der Erich-Kästner-Schule und der Dreieich-Schule trennen sich unentschieden mit acht zu acht. „Diesmal war es knapp, letztes Jahr haben wir die Dreieich-Schüler vom Platz gefegt“, sagt der 17-jährige Amim Hashemi und stellt seine Wasserflasche auf den Hallenboden im Sportzentrum Nord. Tatsächlich sind die Kästner-Schüler nichts anderes als Siege gewöhnt. Nicht umsonst sind sie in den vergangenen beiden Jahren jeweils Hessenmeister und Deutscher Meister geworden.

Auf dem Basketballfeld läuft schon das nächste Spiel, es geht Schlag auf Schlag heute. Mannschaften aus ganz Hessen sind am Donnerstag nach Langen gekommen, um sich bei den Hessischen Schulmeisterschaften im Rollstuhlbasketball zu messen. Die Meisterschaften sind gleichzeitig der Landesentscheid für den Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Paralympics“ im Mai in Berlin.

Lautlos und wieselflink gleiten die Rollstühle der Sportler über das Parkett. In der hinteren Hälfte der Halle wird auf gewöhnliche Basketballkörbe in 3,05 Meter Höhe gespielt. Auf dem anderen Feld weiter vorne hängen die Körbe etwas niedriger. „Bei den Jungs ist Basketball die beliebteste Sportart“, sagt der stellvertretende Schulleiter der Kästner-Schule, Andrew Krutsch. An der Schule, die von körperbehinderten Kindern und Jugendlichen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet besucht wird, ist Rollstuhlbasketball nicht nur Teil des Sportunterrichts, sondern wird auch als Wahlfach und als AG am Nachmittag angeboten.

Seit drei Jahren besteht eine Kooperation mit der Dreieich-Schule, bei der behinderte und nicht behinderte Schüler miteinander trainieren. Auch an den Wettkämpfen im Rollstuhl-Basketball können Sportler ohne Behinderung teilnehmen – wenn sie sich der Konkurrenz stellen wollen. „Wer immer im Rollstuhl sitzt, ist natürlich viel geschickter im Umgang damit. Da haben meine Schüler es schwer“, sagt Steffen Brockmann von der Dreieich-Schule, die gleichzeitig Leistungszentrum für Basketball ist.

Seit diesem Schuljahr gibt es an der Kästner-Schule eine Talentfördergruppe des Landes, in der die besten Spieler von Jugendtrainer Michael Ortmann vom Rollstuhl-Sportclub Frankfurt betreut werden. Die Gruppe ist nach Angaben der Schule die erste in Hessen für Sportler mit einer Behinderung.

Den Sieg in der A-Gruppe holte am Ende des Tages die Mannschaft der Kästner-Schule, die Dreieich-Schule wurde Zweiter. In der B-Gruppe siegte Bad Arolsen vor Wiesbaden. (mf.)

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