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FR-Altenhilfe

Bahnfahren als großes Extra

Felicitas K. kann sich mit dem Geld der Altenhilfe endlich einSeniorenticket für die öffentlichen Verkehrsmittel leisten.

Mobilität ist für Felicitas K. sehr wichtig. „Das Stück Freiheit ist für mich riesig“, sagt die 69 Jahre alte Frau. Nur dank der Spenden der Altenhilfe-Aktion der Frankfurter Rundschau habe sie sich vor zwei Jahren erstmals das Seniorenticket für die öffentlichen Verkehrsmittel leisten können.

365 Euro kostet das Ticket pro Jahr. Viel Geld für Felicitas K., die nach Abzug der Stromkosten monatlich mit etwa 300 Euro Grundsicherung zurechtkommen muss.

„Extras sind da gar nicht drin“, sagt K. Eigentlich, denn dank der Altenhilfe kann die Mühlheimerin mit ihrer Jahreskarte Busse, Bahnen und Straßenbahnen in ganz Hessen nutzen und ihre Mutter in Eschwege besuchen, die 90 Jahre alt ist und Pflege benötigt. Auch zu ihrer Bank nach Offenbach kann Felicitas K. nun jederzeit fahren. „Eine solche Erleichterung“, ist der Fahrschein für die alleinlebende Frau, die nie verheiratet gewesen ist, wie sie berichtet.

Wenn sie das Alleinsein satt hat, sagt sie sich: „Mensch, ich muss hier raus, nicht immer in der Bude hocken, dann fahre ich einfach mal weg“. Sofern es ihre Gesundheit zulässt: K. leidet an „hochgradiger Osteoporose“, hat starke Arthrose in den Händen, kann kaum noch Flaschen oder Gurkengläser öffnen. Und nach einem Sturz ist der Rücken in Mitleidenschaft gezogen, „monatelange Schmerzen“ habe sie hinter sich. An Tagen, an denen sie sich gut fühlt, fährt Felicitas K. zu ihren alten Wohnorten nach Darmstadt und Frankfurt. Dort habe sie schon zufällig alte Bekannte auf der Straße getroffen.

Nachdem sie in einer Parfümerie Verkäuferin gelernt hatte, arbeitete K. jahrelang in der Gastronomie, betrieb zeitweise sogar eine eigene Kneipe.

„Ich habe es geliebt, immer was Neues zu machen“, sagt sie. Auch für die Arbeit war sie mobil, zog zum Kellnern nach Bayern und in den Schwarzwald. Dann kamen die gesundheitlichen Probleme. Versuche zur Umschulung scheiterten. Eine Lebensversicherung als Altersvorsorge habe sie für die Bürgschaft ihrer Kneipe aufgelöst.

Schließlich landete K. in der Grundsicherung. „Auf einmal war ich in dem Hartz IV-Ding“, sagt sie. Was sie im Alter neben finanziellen Sorgen und den gesundheitlichen Problemen vor allem belastet, sind die fehlenden sozialen Kontakte. „Wenn man sich nicht austauschen kann mit Menschen, die auf einer Wellenlänge liegen, ist das nicht gut, aber das weiß ich auch“, sagt sie.

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