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Bäume wie im Märchen

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Iris Husermann hat  in Märchen viele Bäume entdeckt.
Iris Husermann hat in Märchen viele Bäume entdeckt. © Renate Hoyer

Die Försterin Iris Husermann lädt Kinder zu einer Wanderung durch den Wald ein - dabei geht es um Eiche und Ahorn, aber auf märchenhafte Weise.

Von Achim Ritz

Kinder und Jugendliche wissen viel über ihre Popstars. Die meisten kennen sich gut mit Markenklamotten aus, andere mit schnellen Autos, doch wie können junge Leute sich merken, woran man eine Eiche erkennt, wie eine Birke aussieht oder welche Früchte ein Ahorn trägt? Iris Husermann glaubt einen guten Weg gefunden zu haben, wie sie Wissenswertes über Bäume vermitteln kann. Für kommenden Samstag, 28. Mai, lädt die Försterin zu einer Baummärchen-Wanderung ein.

Der Waldpädagogin des Forstamtes Langen war schon lange aufgefallen, dass Bäume in Märchen eine wichtige Rolle spielen, eine besondere Funktion oder Geschichte haben. Darüber möchte die 52-Jährige am Samstag bei dem zweistündigen Spaziergang mit den kleinen und großen Besuchern sprechen. In manchen Märchen hat der Wald ein schlechtes Image, wird als dunkel und schwarz beschrieben. Doch Husermann möchte nicht von Rotkäppchen und dem bösen Wolf oder anderen Klassikern, die jedes Kind kennt, berichten. Sie erzählt von der charakteristischen Art und Gestalt der Bäume, sie liest unter einer Rotbuche oder einer Lärche am Oberen Steinberg in Langen aus eher unbekannten Märchen vor.

Die Birke mit ihrer schwarz-weißen Rinde etwa taucht in einem Märchen auf, in dem ein Zauberer zwölf junge und verschleierte Frauen verflucht und sie versteinert. Er ist sauer, weil er keine der Frauen zur Braut haben kann. Oder das Märchen mit den Eschen. Husermann sagt, in dem Märchen hätten sich die Eschen nicht, wie es sich gehört, vor dem Teufel verbeugt. Dieser sei verärgert gewesen und habe zur Strafe einen Feuerschwall losgeschickt und die Eschen beziehungsweise ihre Früchte schwarz werden lassen. Wer solche Geschichten höre, könne sich die beschriebenen Erkennungsmerkmale von Bäumen leichter merken, so die Pädagogin.

Die Eberesche ist einer der Lieblingsbäume von Husermann. Zu Hause in ihrem Garten in Babenhausen stehe eine Eberesche, die nicht so mächtig und groß sei. Den Wald empfindet die Försterin als eine schöne Landschaft. So wie das Meer. Eine Kiefer am Meer, das ist für Husermann ein wunderschönes Bild. Zurück zum heimischen Wald, der am Samstag bei dem Spaziergang mit Erzählungen auf die Teilnehmer märchenhaft wirken kann. Wenn die Försterin – Kennzeichen: Wanderschuhe, eine locker sitzende hellgrüne Hose und eine Weste mit vier Hirschhornknöpfen – auf den Zustand des Waldes im Kreis Offenbach zu sprechen kommt, malt sie wegen der Luftverschmutzung kein düsteres Bild. Viel mehr Sorgen bereite ihr, „dass am Amazonas riesige Flächen abgeholzt wurden und werden und auch in Südostasien große grüne Areale verschwinden, damit dort Platz für Palmölplantagen entstehen kann“.

Die Teilnehmer der Baummärchen-Wanderung treffen sich am Samstag um 14 Uhr am Parkplatz des Langener Naturfreundehauses. Die Adresse: Oberer Steinberg 94.

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