Laut Verdi ist durch die Verschmelzung von Kaufhof und Karstadt das Dietzenbacher Kaufhof-Lager von einem starken Personalabbau betroffen.

Dietzenbach

Arbeitsplätze in Dietzenbach in Gefahr

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Die Fusion von Kaufhof und Karstadt bedroht den Logistikstandort an der Waldstraße in Dietzenbach massiv.

Schlechte Nachricht für die Beschäftigten im Lager der Warenhauskette Galeria Kaufhof in Dietzenbach: Von den derzeit 230 Arbeitsplätzen an der Waldstraße wird wegen einer Betriebsänderung möglicherweise nur noch die Hälfte übrig bleiben. „Vielleicht sogar noch weniger“, sagt Matthias Schäfer, Verdi-Sekretär im Fachbereich Handel, Bezirk Frankfurt und Region. Die Unternehmensleitung rücke nämlich nicht mit Details heraus. Dietzenbachs Wirtschaftsförderer Michael Krtsch traf die Nachricht vom Stellenabbau völlig überraschend.

Der Grund für den Personalabbau bei der Galeria Logistik GmbH ist in der Fusion von Kaufhof und Karstadt zu suchen. Von den zehn Lagerstandorten, die Galeria Logistik derzeit betreibt, solle nur noch der Betrieb in Köln-Porz in seiner jetzigen Funktion bestehen bleiben, sagt Schäfer. Oder anders formuliert: Bundesweit sind 1100 von 1600 Arbeitsplätzen gefährdet. „Die Geschäftsleitung verhandelt mit dem Gesamtbetriebsrat deutschlandweit über einen Sozialplan für die Logistikstandorte, die betroffen sind“, so der Verdi-Mann.

Karstadt-Eigner Signa und Kaufhof-Anteilseigner Hudson’s Bay Company (HBC) hatten im Dezember ein Gemeinschaftsunternehmen aus den beiden Warenhausketten gebildet.

In den vergangenen Monaten wurden 1300 Stellen in den Filialen und in der Verwaltung von Kaufhof abgebaut – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die Mitarbeiter gingen freiwillig mit erhöhter Abfindung.

Jetzt soll auch die Warenbelieferung für die Filialen verschmelzen. ann

Für das Lager in Dietzenbach ergäben sich vier mögliche Szenarien: Schließung, Verkleinerung, Verlagerung oder Erhalten durch Drittgeschäfte. Eine komplette Schließung dränge sich auf, wenn man wisse, dass der Mietvertrag Ende 2020 ausläuft, sagt Schäfer. Laut Krtsch hat eine Immobilienfirma die 28 000 Quadratmeter große Halle an der Waldstraße an Galeria Logistik vermietet. „Es kann aber auch sein, dass die Hälfte der Beschäftigten da bleibt, aber dann ist das Lager zu groß“, so Schäfer. Ein Umzug in einer kleinere Halle wäre somit denkbar, aber auch ein sogenanntes Drittgeschäft, bei dem Galeria-Logistik für ein anderes Unternehmen Waren lagert und verteilt. „Es gibt wohl entsprechende Verhandlungen, mehr wurde aber nicht gesagt.“

„Am 1. Juli haben an jedem Standort Betriebsversammlungen stattgefunden“, sagt Schäfer, der damals selbst im Dietzenbacher Lager vor Ort war. Man werde gegen die Einschnitte kämpfen. Er nimmt an, dass das Weihnachtsgeschäft noch über die Bühne gebracht wird und der Personalabbau im Frühjahr greifen soll. Zuerst werde wohl ein Freiwilligkeitsprogramm angeboten, heißt: Wer freiwillig geht, bekommt eine höhere Abfindung. Laut Arbeitgeber seien die Arbeitnehmer am Standort Dietzenbach durchschnittlich zehn Jahre beschäftigt.

Krtsch „hofft und glaubt“, dass es bei Galeria Logistik eine ähnliche Verschiebung gibt wie vor drei Jahren beim ReWe-Standort an der Waldstraße. Damals wanderte der Food-Bereich nach Neu-Isenburg ab, ReWe zentralisierte aber sein Lager der Toom-Baumärkte in Dietzenbach.

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