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Die Stadt Seligenstadt betreibt ihre Fähre selbst. Das könnte auch für die Fähre Mühlheim die Lösung sein, meint Landrat Oliver Quilling.  

Mühlheim/Maintal

Anliegerstädte sollen Fähre Mühlheim betreiben

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Der Kreis Offenbach will die Verantwortung für die Fähre Mühlheim an die beiden Anliegerkommunen abtreten. Die Gründung eines Eigenbetriebs hat die Kreistagsmehrheit abgelehnt.

Der Kreis Offenbach wird keinen Eigenbetrieb gründen, um die Mühlheimer Fähre wieder fahren zu lassen. Ein entsprechender Antrag der Linken, eine solche Möglichkeit doch ergebnisoffen prüfen zu lassen, wurde am Mittwoch von der Kreistagsmehrheit abgelehnt. Stattdessen sollen die Anliegerkommunen Mühlheim und Maintal stärker in die Verantwortung genommen werden.

Laut Landrat Oliver Quilling (CDU) laufen mit den Städten Mühlheim und Maintal schon Gespräche, ob sich diese eine kommunale Trägerschaft für die Fähre vorstellen können. „Wenn es dazu kommt, wird sich der Kreis Offenbach in einer Form daran beteiligen“, stellte der Landrat in Aussicht. Er verwies auf die Fähre ein paar Kilometer flussaufwärts: Dort betreibt die Stadt Seligenstadt eine Fähre auf die bayerische Mainseite – allerdings komplett ohne Zuschüsse vom Kreis.

Zwei Versuche hat der Kreis Offenbach als Eigentümer in den vergangenen zwei Jahren unternommen, das Schiff an einen Privatmann zu verpachten. In beiden Fällen ging es schief: Erst havarierte die Fähre nach vierstündigem Betrieb, dann erwies sich nach einer Ausschreibung der einzige Interessent als ungeeignet.

Eigenbetrieb für die Fährverbindung?

Die Linke wollte deshalb prüfen lassen, ob es denn möglich ist, einen Eigenbetrieb für die Fährverbindung zu gründen – und stieß damit in dasselbe Horn wie die Bürgerinitiative Mainfähre, die in einem offenen Brief die Gründung eines Zweckverbands angeregt hatte. In ihrem Antrag schlug die Fraktion vor, auch prüfen zu lassen, ob der Eigenbetrieb vielleicht durch einen Investitionskredit der KfW finanziert werden könnte, mit dem Kommunen unterstützt werden, wenn sie in ihre Infrastruktur investieren. Dann könnte man vielleicht sogar eine neue Fähre kaufen.

Eine Fähre im Eigenbetrieb werde pro Jahr einen höheren sechsstelligen Betrag verschlingen, warnte Clemens Jäger (CDU). Dafür sei nämlich mindestens ein Zweischichtbetrieb à fünf Leuten erforderlich. Auch ein Austausch der alten Fähre koste wohl einen sechsstelligen Betrag. Im übrigen seien 90 Prozent der Nutzer Autofahrer, die die Möglichkeit hätten, Brücken linker und rechter Hand zu benutzen.

Die Grünen schlugen vor, dass alle vier Kommunen – also die beiden Kreise und die beiden Städte – den Fährbetrieb bezuschussen. Das sollte in einer Ausschreibung dokumentiert werden. „Das gäbe einem möglichen Interessenten eine Sicherheit“, meinte Maria-Elisabeth Schefer.

Die Freien Wähler pochten darauf, dass der Fährbetrieb eine überörtliche Verbindung sei. Deshalb könne sich der Kreis nicht aus seiner Verantwortung stehlen. „Als die Schiersteiner Brücke gesperrt wurde, hat man dort über Nacht eine Fährverbindung auf den Weg gebracht. Wir hier im Kreis Offenbach kriegen das seit zwei Jahren nicht hin“, sagte Fraktionschef Jürgen Ries.

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