+
Robert Rankl.

Finanzielles

Kreis Offenbach: Austritte und juristische Schritte bei der AfD

  • schließen

Die AfD-Abgeordneten im Kreis Offenbach, die Fraktionsgelder angeblich für private Zwecke verwendet haben, wehren sich gegen die vom Kreisfraktionsvorsitzenden erhobenen Vorwürfe.

Schon einen Tag, nachdem der AfD-Kreisfraktionsvorsitzende Robert Rankl Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen aufgedeckt und seinen Parteikollegen die private Verwendung von Fraktionsgeldern vorgeworfen hat, haben die drei Beschuldigten reagiert. Man habe juristische Schritte eingeleitet, schreiben sie in einer Pressemitteilung – und zwar nicht nur gegen Rankl, sondern auch gegen Jürgen Berger, den Fraktionsvorsitzenden der AfD Neu-Isenburg. Er hatte die Nachricht in die Presse lanciert, der AfD-Landtagsabgeordnete Bernd Vohl und seine Kumpanen hätten in die Fraktionskasse gegriffen.

Als weitere Reaktion auf die „öffentliche Verleumdung und den Gang zur Presse“ haben stellvertretender Kreisfraktionsvorsitzender Jochen Roos und Kreisfraktionsschatzmeister Maximilian Müger ihren Austritt aus der AfD-Kreistagsfraktion bekanntgegeben. Sie wollen allerdings das Mandat weiterhin wahren, also Kreistagsabgeordnete bleiben, und „behalten sich die Gründung einer neuen Fraktion im Kreistag Offenbach-Land vor“. Bernd Vohl, der Dritte im Bunde, sitzt nicht im Kreistag, ist nur Kreisbeigeordneter. Er hat bei der Hessen-AfD den Posten des Landesschatzmeisters inne.

Die drei sehen in Rankls „groß angelegter Verleumdungsaktion“ eine Hasskampagne gegen Vohl, „geführt aus niederen Beweggründen“. Rankl war Vohls Vorgänger als Landesschatzmeister, wurde aber mit einer Ämtersperre belegt, die Parteitagsmehrheit hatte ihm die rechtliche Entlastung für seine Tätigkeit von 2015 bis 2017 verweigert. „Rankl ist weiterhin nicht in der Lage, Belege in Höhe von rund 44 000 Euro beizubringen“, heißt es in der Pressemitteilung. Somit sei nicht bekannt, was mit diesem Geld genau geschehen ist. Möglicherweise liege darin der Grund für „sein destruktives Verhalten“.

Die gegen das Trio erhobenen Vorwürfe entbehrten „jedweder moralischen und juristischen Grundlage“. Im ausgehenden Jahr 2016 sei in der Fraktion mündlich beschlossen worden, was über die Fraktion abgerechnet werden dürfe. Handlungsgrundlage sei die sogenannte Darmstädter Liste der Revisionen gewesen. Die Mehrheit der Fraktion habe dieses Vorgehen über drei Jahre ohne Beanstandung mitgetragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare