Kreis Offenbach

Ärger über Einstellungsstopp

  • schließen

Arbeiterwohlfahrt beklagt Probleme mit dem Bundesfreiwilligendienst.

Eigentlich hat die Umstellung von den Zivildienstleistenden auf den Bundesfreiwilligendienst gut geklappt. „Es gibt mehr Interessenten für das neue Angebot als ich gedacht habe. Sie bringen viel Engagement und Enthusiasmus mit“, sagt Dirk Hartmann. Umso mehr ärgert den Geschäftsführer des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt der Einstellungsstopp, den das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zum März verhängt hat.

Erst sei ein „Hype“ gemacht worden für den Bundesfreiwilligendienst – „und jetzt fehlt das Geld“. Bewerber könne er nur auf den Sommer vertrösten, sagt Hartmann. Er spricht von einem weiteren Rückschlag.

Die Arbeiterwohlfahrt beschäftigt nach seinen Angaben derzeit 19 Menschen im Bundesfreiwilligendienst, teils im mobilen sozialen Hilfsdienst, teils im Fahrdienst. Früher habe sie im Durchschnitt 35 Zivildienstleistende gehabt. Die Reduzierung der Zivildienstdauer und die letztendliche Abschaffung habe bereits zu einer Reduzierung des Angebots geführt, sagt Hartmann.

So habe man den Fahrdienst für Demenzkranke eingestellt, weil er mit hauptamtlichen Kräften zu teuer sei. Ähnlich angewiesen auf die Zivildienstleistenden oder jetzt die Freiwilligen sei die Arbeiterwohlfahrt beim mobilen sozialen Hilfsdienst. Es sei schlicht zu teuer, hauptamtliche Beschäftigte mit 16 Euro Stundenlohn zum Beispiel einkaufen zu schicken. Das könnten sich die Kunden, häufig arme Menschen, schlicht nicht leisten, sagt Hartmann.

Als nicht sehr günstig kommentiert Claudia Kamer, die bei der Behindertenhilfe Offenbach das Freiwillige Soziale Jahr und den Bundesfreiwilligendienst betreut, den Einstellungsstopp. Zumal völlig offen sei, wie es im Sommer weitergeht. Auch der demographische Wandel könne die Zahl der Freiwilligen verknappen, fürchtet sie. „Wir können nur von Jahr zu Jahr sehen.“ Zur Zeit sei der ständige Bedarf an 50 bis 60 Freiwilligen aber noch gedeckt. Leistungseinschränkungen gebe es bisher nicht. Das liege auch da

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare